Donnerstag, 05. April 2018

Hilfe abgelehnt: Scharfe Kritik aus Nordtirol

Nach dem Lawinenabgang am Samstag oberhalb der Timmelsalm im Passeiertal, bei dem 2 Skitourengeher von einer Lawine verschüttet worden sind, wurde, wie berichtet, die Hilfe eines Hubschraubers aus Nordtirol abgelehnt. Am Donnerstag berichtet auch die Tiroler Tageszeitung (TT) über den Vorfall.

Der Martin 8- Hubschrauber. - Foto: Heli-Tirol
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Der Martin 8- Hubschrauber. - Foto: Heli-Tirol

„Wie hinter dem Eisernen Vorhang“, titelt sie zum Thema und verwendet dabei ein Zitat von Roy Kraus. 

Roy Kraus, Inhaber des privaten Flugunternehmens Heli Tirol, versteht nämlich die Welt nicht mehr. „Eigentlich sei die von Politikern aus Nord- und Südtirol am 2. Februar am Brenner verkündete engere Zusammenarbeit der Rettungsorganisationen (STOL hat berichtet) gut und richtig“, sagt er zu TT, doch an der Praktikabilität der Versprechen hapert es noch oft.

Ressourcen bestmöglich nutzen

Er kritisiert die mangelhafte Zusammenarbeit bei grenznahen Rettungseinsätzen und versteht nicht, warum Bozen das Hilfsangebot aus Nordtirol „trotz Lebensgefahr“ anfangs abgelehnt hat. In solchen Fällen sei es wichtig, „die Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, bestmöglich zu nutzen“. Egal aus welchem Staat diese kommen würden. Manchmal komme er sich vor „wie hinter dem Eisernen Vorhang“, sagt er im Gespräch mit der TT. 

Geschäftsgedanke soll nicht im Vordergrund stehen

Der Primar des Südtiroler Landesnotrufdienstes, Ernst Fop, erklärte am Mittwoch gegenüber STOL, dass die oberste Priorität bei jedem Einsatz der Personenrettung gelte. Er kündigte auch an, der Sache umgehend auf den Grund zu gehen. Er gab jedoch zu bedenken, dass es sich bei dem „Martin 8“- Rettungshubschrauber aus Österreich eben um ein privates Unternehmen handelt. Und er wolle vermeiden, dass bei Rettungsflügen der Geschäftsgedanke in den Vordergrund gerückt wird.

stol

stol