Freitag, 23. Oktober 2015

Hilfe für Familien in Trennung

In Südtirol geht eine von vier Ehen in Brüche - und davon sind durchschnittlich 400 minderjährige Kinder im Jahr betroffen. Daher wird im ressortübergreifenden Projekt "Familien stärken" das Augenmerk zur Zeit auf das Thema Trennung und Scheidung gelegt.

Landesrätin Deeg stellte kürzlich die Maßnahmen für Familien in Trennung vor.
Badge Local
Landesrätin Deeg stellte kürzlich die Maßnahmen für Familien in Trennung vor. - Foto: © LPA

Die "Trennung und Scheidung" ist neben der "Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr des Kindes" und der "Pubertät" ein wichtiges Handlungsfeld des Projektes "Familien stärken". Das Projekt wird unter der Leitung von Landesrätin Waltraud Deeg zusammen mit mit den drei Bildungsressort sowie dem Ressort für Gesundheit und Soziales durchgeführt.

Gegen Unsicherheit und Überforderungen arbeiten

Fast ein Jahr lang wurde an diesem Thema gearbeitet und zahlreiche Akteure, die in Südtirol aktiv für Familien arbeiten, wurden miteinbezogen.

Nun liegt ein erster Maßnahmenkatalog vor, der kürzlich bei einem Treffen der Steuerungsgruppe diskutiert wurde. Dabei plädierte Landesrätin Deeg für eine verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen allen Anlaufstellen und den Bildungseinrichtungen: "Unsicherheit und Überforderungen gehören für viele Familien zum Alltag, und die Situation spitzt sich in Trennungs- und Scheidungssituationen oft dramatisch zu. Früh ansetzende und vernetzte bildende, begleitende und beratende Angebote können Familien unterstützen und die Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeit bei Kindern und Eltern stärken."

Konflikten vorbeugen

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer darüber, dass es darum gehen müsse, Konfliktsituationen rechtzeitig vorzubeugen.

"Dabei ist ein breites, niederschwelliges Unterstützungsangebot, das schnell abrufbar ist, von zentraler Bedeutung", meinte Vera Nicolussi-Leck, Direktorin des Ressorts für Bildungsförderung, Deutsche Kultur und Integration.

Die überarbeitete Version des Maßnahmenkataloges wird beim nächsten Netzwerktreffen am 23. November 2015, zu dem zahlreiche Akteure im Familienbereich eingeladen sind, besprochen. Danach wir das Maßnahmenpaket der Landesregierung zur Genehmigung vorgelegt. 

stol

stol