Dienstag, 30. Mai 2017

Hiroshima-Zeitzeugin Yoshie Oka gestorben

Die Japanerin Yoshie Oka, eine wichtige Zeitzeugin des US-Atombombenangriffs auf Hiroshima, ist tot. Wie japanische Medien am Dienstag berichteten, starb sie bereits am 19. Mai in einem Krankenhaus in Hiroshima an Lymphdrüsenkrebs.

Im Bild das zerstörte Museum der Wissenschaft in Hiroshima kurz nach dem Abwurf der 1. Atombombe 1945. Die wichtige Zeitzeugin dieses Ereignisses, Yoshie Oka, ist nun gestorben.
Im Bild das zerstörte Museum der Wissenschaft in Hiroshima kurz nach dem Abwurf der 1. Atombombe 1945. Die wichtige Zeitzeugin dieses Ereignisses, Yoshie Oka, ist nun gestorben. - Foto: © shutterstock

Oka wurde 86 Jahre alt. Sie hatte nach dem Angriff der Amerikaner als erste Alarm geschlagen und jahrelang als Zeitzeugin über ihre Erfahrungen berichtet.

Oka gab als erste die Meldung über Bombenabwurf weiter

Oka war 14 Jahre alt, als die US-Armee in Hiroshima am 6. August 1945 die erste Atombombe abwarf. Das Mädchen arbeitete als Telefonistin in einem unterirdischen Kommandozentrum der japanischen Armee und gab nach dem Atombombenabwurf als erste eine Meldung an eine andere Armee-Einheit weiter.

„Hiroshima ist fast vollständig zerstört“, berichtete sie ihren Kollegen in der Stadt Fukuyama. „Wir wurden von einer neuartigen Bombe getroffen“, fügte sie hinzu.

Ein anderer Augenzeuge des Atombombenangriffs und langjähriger Mitstreiter Okas, Fumio Kajiya, würdigte die Verstorbene als „ehrliche Person, die das Kind beim Namen genannt hat“. „Wir haben eine weitere großartige Augenzeugin verloren“, sagte er.

140.000 Menschen durch Angriff getötet

Die US-Armee hatte die Atombombe in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs auf Hiroshima abgeworfen. 140.000 Menschen wurden direkt nach der Explosion oder in den folgenden Monaten getötet.

Drei Tage später warf die US-Armee noch eine zweite Atombombe über Nagasaki ab. Bis heute leiden tausende Menschen unter den Spätfolgen der nuklearen Verseuchung.

Im Mai 2016 hatte US-Präsident Barack Obama als erster amtierender US-Präsident Hiroshima besucht, eine Entschuldigung von ihm gab es aber nicht. Oka hatte vor seinem Besuch gesagt, Obama solle sich in der Stadt davon überzeugen, „wie unschuldige Zivilisten gelitten haben“.

apa/afp

stol