Sonntag, 30. August 2020

Lage bleibt schwierig: Pegel steigen noch leicht – Stau und Straßensperren

Die Lage bleibt schwierig. Bei Branzoll, Neumarkt und Salurn steigen die Pegelstände noch leicht. Hier werden die kommenden fünf bis sechs Stunden entscheiden. Das Problem ist hier weniger die Höhe der Welle als die Belastbarkeit der Dämme. Auch die Verkehrssituation ist kompliziert.

Auf der Brennerautobahn A22 gibt es derzeit lange Staus.
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Auf der Brennerautobahn A22 gibt es derzeit lange Staus. - Foto: © DLife
Bahn- und Straßen in Eisacktal und Unterland gesperrt

Schwierig bleibt die Situation für den Verkehr, besonders im Eisacktal: An der – wie berichtet - gesperrten Staatstraße bei Atzwang wird weiterhin gearbeitet. Es ist noch unklar, wann sie wieder für den Verkehr freigegeben werden kann.

Gesperrt ist aufgrund des Hochwassers in Klausen seit rund 16 Uhr auch die Bahnlinie, wie die Südtiroler Transportstrukturen AG STA mitteilte. Angesichts der Straßensituation und aufgrund der Überlastung der Autobahn gestalte sich die Organisation des Schienenersatzverkehrs sehr schwierig. Laut Information des Bevölkerungsschutzes verkehren Ersatzbusse. Auer Zugverkehr auf der Strecke zwischen Innsbruck und Bozen unterbrochen. Betroffen sind auch die EC-Züge München-Innsbruck-Verona.

Aufgrund dieser Vorhersagen hat der Schienennetzbetreiber RFI beschlossen, die Linie der Pustertal Bahn zwischen Olang und Innichen am Samstag, 29. August, und am Sonntag, 30. August sowie voraussichtlich auch Montag, 31. August vorsorglich zu sperren. Die Züge werden durch Busse ersetzt. Diese verkehren zwischen Olang und Innichen stündlich nach dem üblichen regulären Fahrplan der Bahn.

Die Pustertaler Bahnlinie bleibt auf den restlichen Teilstrecken offen und die Züge verkehren nach regulärem Fahrplan.

Im Unterland dagegen ist die Brennerautobahn A22 betroffen: Sie ist von Bozen Süd bis San Michele im Trentino gesperrt. Unter genauester Beobachtung stand wegen teils sehr kritischer Situation zwar auch die Bahnlinie im Unterland, letztlich konnte eine Sperre aber vermieden werden.

Pegelstände steigen noch leicht

Am Nachmittag hatte die Agentur für Bevölkerungsschutz zwei Zivilschutzwarnungen verschickt. So war in der Stadt Klausen der Eisack über die Ufer getreten. Teile der Bevölkerung wurden evakuiert, die Bevölkerung war aufgerufen, die öffentlichen Straßen und Plätze zu verlassen und sich in die höher gelegenen Stockwerke zu begeben.

Auch in der Gemeinde Neumarkt war ein Dammbruch und Überflutungen mit Gefahr für die Bevölkerung vorhergesagt. Daher wurden über 320 Personen aus der Zone mit folgenden Straßen evakuiert: Bahnhofstraße, St.-Rochus-Weg, Neugasse, Untere Inselstraße, Obere Inselstraße, Josef-Maria-Pernter-Straße, Handwerkerzone Süd und Handwerkerzone Nord. Zur Verfügung stand dabei auch die Turnhalle der deutschsprachigen Mittelschule von Neumarkt. Letztlich wurden im Unterland lediglich kleinere Abschnitte des Radweges überschwemmt.

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Alle zu Evakuierenden waren aufgerufen, Wertgegenstände, Lebensmittel, Elektrogeräte, Bekleidung und Wäsche in höher gelegene Stockwerke zu bringen, vor dem Verlassen des Gebäudes Fenster und Türen zu schließen sowie Strom und Gas abzuschalten. Weiters ist die Bevölkerung aufgerufen, auf die Anweisungen der Einsatzkräfte zu achten.


Starke Niederschläge fordern Feuerwehren

Zwischen dem 29. und 30. August wurden bisher rund 400 Einsätze gezählt, dabei standen und stehen noch immer über 3000 Feuerwehrleute im Einsatz. Mit 150 Freiwilligen Feuerwehren hat es damit knapp 50 Prozent aller Freiwilligen Feuerwehren in Südtirol betroffen. Fünf Bezirkseinsatzzentralen sowie die Landeseinsatzzentrale waren und sind weiterhin besetzt. Die Zentralen haben die Freiwilligen Feuerwehren bei der Abwicklung der Einsätze und Koordinierung der Maßnahmen unterstützt. Den ganzen Tag im Einsatz waren ebenso die Techniker der Wildbachverbauung, Forstbehörde und des Straßendienstes.

lpa