Freitag, 08. Mai 2015

Hofübergabe: Schluss mit Unterstützung für Kleinbauern?

Fast ein Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe erhält laut Abschätzung der Bauernjugend zukünftig bei der Hofübergabe keine finanzielle Unterstützung mehr. Für die Bauernjugend steht fest: Die politische Interessensvertretung hat hier total versagt.

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Foto: © APA/EPA

3000 landwirtschaftliche Betriebe haben laut aktueller Landwirtschaftszählung in zehn Jahren ihre Tätigkeit eingestellt. Mehr als die Hälfte davon zur Zeit der Betriebsübergabe an Jungbauern. Die Bauernjugend hat bereits vor zwei Jahren reagiert und der Politik ihre klaren Vorstellungen, wie die gezielte Unterstützung der Jungbauern zukünftig aussehen soll, vorgelegt.

Doch jetzt ist alles anders. Fast ein Drittel aller Betriebe erhält laut neuem Programmvorschlag zukünftig voraussichtlich keine finanzielle Unterstützung mehr bei der Hofübergabe. Dies kann und will die Bauernjugend so nicht hinnehmen.

Landesobmann Sieghard Alber ist sauer: „Wir werden angehört und dann nicht berücksichtigt“. Alber ärgert sich aus gutem Grund. Die Bauernjugend hat bereits vor zwei Jahren auf breiter Basis darüber diskutiert wie die Unterstützung der Junglandwirte bei der Hofübergabe gestaltet werden soll, damit sie auch in Zukunft den Bedürfnissen der Landwirtschaft in Südtirol gerecht wird.

„Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, im offenen Dialog unsere Vorschläge mit klaren Zielsetzungen erarbeitet. Jetzt stellen wir fest, dass die Erstniederlassungsprämie im neuen Programmvorschlag überhaupt nicht mit unseren Abmachungen übereinstimmt“, erklärt Christine Tschurtschenthaler.

Kleine Betreibe fallen durch

Jeder landwirtschaftliche Betrieb wird zukünftig zunächst bewertet. Überschreitet der Betrieb dabei eine festgelegte Schwelle hat er Anrecht auf die Unterstützung, ansonsten nicht.

Das Problem dabei: Fast ein Drittel fällt laut Abschätzung der Bauernjugend durch. Damit trifft es die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe, die sich ohnehin schon schwer tun. „Offensichtlich ist es politisch gewollt, dass die kleinen Betriebe ausgeschlossen und damit noch mehr Hoftüren als bisher geschlossen werden“, ärgert sich Alber.

Politische Interessensvertretung hat versagt

Für die Bauernjugend steht fest: Die politische Interessensvertretung hat hier total versagt. Auch deswegen hat die Bauernjugend jetzt ein Schreiben an die Politik aufgesetzt, in welchem sie ihre Forderungen und Bedenken zusammenfasst. „Noch geben wir nicht auf. Nächste Woche ist eine Aussprache angesetzt. Die Karten müssen endlich auf den Tisch und die Sache muss geklärt werden“, so Alber.

stol

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