Dienstag, 05. Januar 2021

Felssturz zerstört Hotel „Eberle“ in Bozen – Aufräumarbeiten laufen

Ein großer Felssturz hat am Dienstagnachmittag einen Großteil des Hotels „Eberle“ in St. Magdalena/Bozen zerstört. Lange Zeit wurde anschließend nach Verschütteten gesucht. Am Dienstag um 19 Uhr wurde die Suche dann eingestellt. Es gibt weder Vermisste noch Tote. STOL war kurz nach der Tragödie vor Ort und hat mit Betroffenen, dem Landesgeologen Volkmar Mair, Bozens Vizebürgermeister Luis Walcher und Landeshauptmann Arno Kompatscher gesprochen.

Zwischen 2000 und 3000 Kubikmeter Gestein haben sich aus der Felswand hinter dem Hotel Eberle gelöst, wie in diesem Video aus der Rittner Seilbahn eindrucksvoll ersichtlich. - Foto: © Screenshot/Video/Privat
Es war Dienstag um kurz nach 15 Uhr, als sich zwischen 2000 und 3000 Kubikmeter Gestein aus der Felswand hinter dem Hotel Eberle gelöst und auf einer Breite von 20 Metern und von einer Höhe von 25 Metern abgegangen waren. Dabei wurde ein Großteil des Gebäudekomplexes zerstört.

Trümmerteile und Glasscherben wurden mehrere hundert Meter durch einen nahe gelegen Weinberg geschleudert. Vollständig verlegt wurde auch jener Teil der Hotelterrasse, welcher als Zugang zur Oswaldpromenade dient.



Wie durch ein Wunder wurde niemand der Eigentümerfamilie, die während des Felssturzes im Haus war, verletzt. Sichtlich geschockt erzählte Juniorchef Stefan Zisser gegenüber s+, wie er die dramatischen Minuten erlebt hat.

Wie konnte es zu der Tragödie kommen?

Das Gestein war durch die Niederschläge der vergangenen Tage wassergesättigt. Auch der Frost habe sicher dazu beigetragen haben, dass die Gesteinsmassen abbrachen, vielleicht habe auch das Erdbeben der letzten Woche eine Rolle gespielt, sagte der Landesgeologe Volkmar Mair nach einem Observationsflug mit dem Hubschrauber gegenüber STOL.


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Hundertschaft an Rettungskräften auf der Suche nach möglichen Vermissten

Das umliegende Gelände wurde nach dem enormen Felssturz abgesucht, um sicher gehen, dass kein Spaziergänger unter den Trümmern begraben lag. Im Einsatz standen dabei die Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr Bozen, die Bergrettungsdienste im AVS und jene des CNSAS sowie verschiedene Polizeiorgane und Behördenvertreter. Auch mehrere Rettungsfahrzeuge wurden von der Landesnotrufzentrale zum Einsatzort entsandt. Im Einsatzstanden insgesamt eine Hundertschaft an Einsatzkräften. Bei der Suche nach Verschütteten wurden dabei sowohl Suchhunden als auch Spezialgeräte eingesetzt, mit welchen mit Hilfe von Sonden nach Geräuschen unter den Trümmerteilen gesucht wurde.

Die naheliegende Oswaldpromenade ist nämlich bei Spaziergängern sehr beliebt, auch wenn die Promenade zur Zeit gesperrt ist, wie der vor Ort anwesende Vizebürgermeister Luis Walcher betonte.

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Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher und Zivilschutzlandesrat Arnold Schuler verschafften sich vor Ort einen Überblick über den laufenden Einsatz und die entstandenen Schäden. STOL hat mit Arno Kompatscher gesprochen.

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Aufräumarbeiten gehen auch am Mittwoch weiter

Bis in die Nachtstunden waren noch Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr von Bozen vor Ort, um Sickerwasser abzupumpen. Und auch am Mittwoch gehen die Sicherungs- und Aufräumarbeiten noch weiter.

Unter anderem musste von Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Bozen eine beschädigte Wasserleitung, durch welche größere Wassermassen in einen unterhalb des Hotelbau liegenden Weinberges flossen, abgeleitet werden, da der bereits durch die Witterung durchnässte landwirtschaftliche Boden zusätzlichen Wassermengen vermutlich nicht Stand gehalten hätte.


Wie es nun weitergeht, steht indes noch nicht fest. Bis auf weiteres gesperrt bleibt die Oswaldpromenade im Abschnitt zwischen dem Hotel Eberle und der Wegkreuzung nach Peter Ploner bzw, in Richtung Oswaldweg.

vs/lpa