Auch Kleintierpraktiker Dr. Simon Kirchler, Vorstandsmitglied der Tierärztekammer, meint nach einer Sitzung vergangene Woche mit Landesrat Schuler: Der Massentest werde nur eine sehr begrenzte Möglichkeit bieten. „Hauptmöglichkeit für die Hundebesitzer bleiben die freiberuflichen Tierärzte“, sagt Dr. Kirchler. Bei den Tierärzten gebe es derzeit zwar „eine leichte Steigerung“ an Anfragen für eine DNA-Abnahme, aber es seien nach wie vor sehr viele Hunde ausständig.<BR /><BR />Wie berichtet, muss die Hunde-DNA laut Landesgesetz bis 31. Dezember abgenommen werden, um endlich der Kot-Plage Herr zu werden. Ab 1. Jänner 2024 drohen Hundebesitzern Geldbußen von 349,33 Euro, wenn die DNA ihres Vierbeiners nicht registriert wurde. <h3> „An dem Gesetz wird nicht gerüttelt“</h3>Von über 35.000 Hunden in Südtirol fehlt noch die DNA-Probe. Bei einem Treffen von Tierärzten mit Landesrat Arnold Schuler vergangene Woche wurde auch betont: Das Landesgesetz wird durchgezogen. „An dem Gesetz wird nicht gerüttelt, das wäre auch gar nicht möglich“, sagt Schuler.<BR /><BR />Geplant war, im November und Dezember Teststationen in den Gemeinden anzubieten – ähnlich wie während der Pandemie. „Dafür braucht es aber genügend Ärzte“, sagt Gemeindenchef Schatzer. „Sonst braucht man die Gemeinden nicht zu fragen“. Wie viele Tierärzte beim Massentest zur Verfügung stehen werden, wisse man nicht. „Wir warten auf Rückmeldung – dann kann man ein Programm machen“, sagt Schatzer. Die Gemeinden seien bereit, bei den Massentests einen Dienst anzubieten: Schreibarbeiten und Terminverwaltung.<BR /><BR />Diese Woche steht laut Schuler eine weitere Sitzung zum Thema Hunde-DNA an, betreffend die Amtstierärzte. Dabei soll geklärt werden, welche zusätzlichen Ressourcen aufgebracht werden können, sagt Schuler. Weil der Massentest allein nicht ausreichen werde, um bei zehntausenden Hunden eine Probe zu nehmen, rät auch Schuler dazu, „sich auf dieses alleinige Angebot nicht zu verlassen“, sondern zudem andere Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen. Um den Bürgern Möglichkeiten zur Probe-Entnahme anzubieten, könnte das Land auch auf externe Tierärzte zurückgreifen. Diese Möglichkeit werde geprüft, sagt Schuler. Ins Auge gefasst wird auch, Freiberufler vorübergehend in den Landesdienst zu stellen, sagt Dr. Kirchler.<h3> Test ab 65 Euro</h3>In der Sill kostet die DNA-Erhebung insgesamt 65 Euro pro Hund. Für die freiberuflichen Kleintierpraktiker hat die Tierärztekammer hingegen einen Richtpreis von 115 Euro empfohlen: 60 Euro für die Entnahme der Probe und 55 Euro für die Laborkosten. <BR /><BR />Sollten zu Jahresende tausende Hundebesitzer versuchen, einen Termin bei den freiberuflichen Tierärzten zu bekommen, so dürfte dies schwierig werden. Denn Freiberufler können sich nicht nur um die Hunde-DNA kümmern, meint Dr. Kirchler.<BR /><BR />Um das Problem des Hundekots in den Griff zu bekommen, gäbe es laut Marco Galateo (Fratelli d'Italia) auch andere Möglichkeiten: Die Gemeinden sollten Geldbußen bis zu 1000 Euro für Hundebesitzer einführen, die die Häufchen ihrer Vierbeiner nicht entfernen. Diese Lösung wäre wirksamer und günstiger als die DNA-Datenbank für die Hunde. Die Landesregierung solle die Pflicht zur Erhebung der Hunde-DNA überdenken. <BR /><BR /><BR />