Donnerstag, 23. Juli 2015

"Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen"

Als wäre es nicht schlimm genug, ein Bein zu verlieren. Maximilian Huber aus Montal, jener Motorradlenker, der durch einem Unfall am Dienstag einen Unterschenkel verloren hat, beeindruckt durch seine positive Art, das Geschehene zu verarbeiten. Anderen Motorradfahrern rät er nur, immer die vollständige Schutzausrüstung anzuziehen.

Bei dem Unfall auf der Pustertaler Straße war Maximillian Huber ein Bein amputiert worden. Er wurde umgehend in die Uniklinik Innsbruck geflogen.
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Bei dem Unfall auf der Pustertaler Straße war Maximillian Huber ein Bein amputiert worden. Er wurde umgehend in die Uniklinik Innsbruck geflogen. - Foto: © STOL

Sein rechter Unterschenkel ist unwiederbringlich verloren. Ein Überholmanöver mit dem Motorrad hatte diese fatalen Folgen (STOL hat berichtet). Der 22-Jährige wurde sofort in die Uniklinik in Innsbruck geflogen, doch auch dort konnte sein Bein nicht gerettet werden.

"Mein rechtes Bein ist auf der Höhe des Unterschenkels amputiert worden", berichtet der Student aus Montal am Eingang zum Gadertal noch aus dem Spital.

Der zweite Geburtstag

Und gerade einmal zwei Tage nach dem schweren Unfall ist es nicht Verzweiflung, die aus Hubers Worten spricht, sondern Dankbarkeit und Hoffnung. Auf Facebook schreibt er: "Ich glaube, der 21. Juli ist mein zweiter Geburtstag."

Huber, der überaus sportlich ist, gerne Wintersport betreibt und auch auf den Sportstätten der Uni Innsbruck überaus aktiv ist, lenkt seinen Blick nicht auf das, was fehlt. "Dem Hüft-, Knie- und Sprunggelenk am linken Bein fehlt so gut wie nichts", berichtet er.

Wie durch ein Wunder nichts Schlimmeres passiert

Und: "Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen." Denn keiner könne sich erklären, wie er durch die schmale Leitplanke durchgerutscht sei, ohne sich an Kopf oder Wirbelsäule zu verletzten. "Es ist ein Wunder und ich hatte viele Schutzengel", ist sich der 22-jährige Pusterer bewusst. Denn: Das Leben könne einfach so schnell vorbei sein. 

 

Maximilian Huber gibt sich positiv und kämpferisch. Foto: facebook

Doch für Huber ist es das nicht. Und er findet auch dankende und gar tröstende Worte für sein Umfeld. "Ich bin ein Kämpfer. Ich habe eine positive Einstellung, wie es wieder nach oben geht. Es braucht nur viel Geduld und die super Unterstützung meiner lieben Familie und der super Freunde. Danke, ihr gebt mir ganz, ganz viel Kraft."

Dank den Einsatzkräften - immer Schutzausrüstung anziehen

Zudem möchte er sich noch beim Notarztteam, den Helfern des Weißen Kreuzes, den Feuerwehrleuten und allen Beteiligten für den schnellen Einsatz bedanken, so Huber gegenüber STOL.

"Ich möchte wirklich keinen Motorradfahrer die Freude nehmen, jedoch muss jedem klar sein, welches Risiko dahinter steckt. Das Wichtigste bei jeder noch so kurzen Fahrt ist, sich die komplette Schutzausrüstung anzuziehen", spricht der Verunfallte den Motorradfahrern ins Gewissen.

stol/ker

stol