Laut eines Berichts von Assiconsult kam es 2022 in Südtirol zu mehr als 800 Cyberattacken. Dies seien klarerweise nur jene, die bekannt sind. Auf gesamtstaatlicher Ebene lasse sich besonders im Produktionssektor ein aufsteigender Trend beobachten: So hätten laut der Studie „The State of Ransomware in Manufacturing and Production“ des Cybersicherheitsunternehmens Sophos einschlägige Unternehmen einen Zuwachs von über 7 Prozent an Cyberattacken verzeichnet – um bis zu 4 Prozent mehr als der Unternehmensschnitt in anderen Bereichen. <h3> Kriminelle dringen in Netzwerk des Unternehmens ein und starten ihre Angriffe</h3>Wie die Kammer der Wirtschaftsprüfer betont, hebe die Studie hervor, dass „die Produktionsindustrie durch ihre zentrale Rolle in den internationalen Lieferketten ein beliebtes Ziel für Kriminelle ist. Veraltete Infrastrukturen und mangelndes Know-how der Unternehmen bezüglich Software und Hardware machen diese zu einem leichten Ziel: Die Kriminellen dringen in das Netzwerk des Unternehmens ein und starten ihre Angriffe.“<h3> Mittelmann und Lösegeld: Die Maschen der Hacker</h3>Wie zahlreiche andere Bereiche ist auch die Wirtschaft zunehmend auf IT-Systeme für die Datenverarbeitung angewiesen, wodurch sie für solche Angriffe anfälliger werden. Auch wird das Vorgehen von Hackern immer subtiler und raffinierter, sodass es schwierig ist, solche Attacken sofort zu erkennen und dagegen vorzugehen. <BR />Südtirol müsse sich aktuell insbesondere mit einer Masche herumschlagen, die sich „Man in the Middle“ nennt, heißt es von der Kammer der Wirtschaftsprüfer.<BR /><BR /> Dabei infiltriert der Hacker den Posteingang von Angestellten und ändert den Inhalt von E-Mails so ab, dass die potenziellen Opfer Nachrichten erhalten, in denen der vermeintliche Mitarbeiter Geldtransaktionen auf das eigene Konto fordert. <h3> Hacker stehlen Daten und verlangen Lösegeld</h3>Diese Maschen seien schwer zu erkennen, zumal sie ein gewisses technisches, aber auch sprachliches Know-how voraussetzen. Obendrein werde das Vertrauen, dass die Empfänger den vermeintlichen Absendern entgegenbringen, ausgenutzt. <BR /><BR />Ein weiteres heißes Thema bei der Kammer der Wirtschaftsprüfer seien die sogenannten „Ransomware“-Attacken: Die Hacker stehlen Daten von einer öffentlichen Einrichtung oder privaten Unternehmen und verlangen dafür Lösegeld, das zumeist in Kryptowährungen ausgezahlt werden soll. <BR /><BR />Auf gesamtstaatlicher Ebene haben Produktionsunternehmen laut der Sophos-Studie im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg an „Ransomware“-Attacken von 52 Prozent verzeichnet – umso beunruhigender angesichts dessen, dass die Angriffe im Jahr 2021 im Vergleich zu 2020 um „nur“ 36 Prozent zugenommen hatten. Folglich führe der Herstellungssektor auch die Liste der Bereiche mit den höchsten ausgezahlten Lösegeldern an: 2,36 Millionen Dollar im Schnitt, während andere Sektoren auf durchschnittlich gerade einmal auf 812.360 Dollar kommen. <h3> Wie man sich schützen kann</h3>Anbetrachts dieser Zahlen empfiehlt die Kammer der Wirtschaftsprüfer Bozen ein Maßnahmenprotokoll, um sich zu schützen: Unternehmen sollen die betriebsinternen Informationssysteme analysieren und periodisch einen Lagebericht über etwaige Schwachstellen erstellen. Auch sollten Antivirusprogramme und Firewalls regelmäßig aktualisiert werden. Bei der Speicherung von Daten und beim Erstellen von Sicherungskopien muss unbedingt Vorsicht gewaltet lassen werden, auch soll der Zugriff auf Daten eingeschränkt werden, sodass das Personal nur auf jeweils freigegebene Bereiche zugreifen kann. <BR /><BR />„Für Unternehmen, die mit großen Datenmengen arbeiten, ist es wichtig, dass diese auf Servern innerhalb der EU liegen. Des Weiteren gibt es speziell entwickelte Software, die auf solche Cyberattacken ausgerichtet ist und zum Beispiel die Konsequenzen eines 'Ransomware'-Angriffs abdämpft. Auch Versicherungen haben mittlerweile einschlägige Pakete im Angebot“, schließt die Kammer der Wirtschaftsprüfer Bozen.<BR />