Montag, 08. Juli 2019

In einigen Tunnelröhren bald mehr zu hören

„Achtung - ich fahr in einen Tunnel; kann sein, dass die Verbindung abbricht.“ Wer im Auto unterwegs ist und telefoniert, kennt dieses leidige Problem: Häufig werden Telefonverbindungen in Tunnels unterbrochen. Das wird sich aber in einigen längeren Südtiroler Tunnels schon bald ändern. Denn das Land verbessert den Mobilfunkempfang.

Das Land rüstet nach: In mehreren Tunnels wird der Handyempfang bald durchgehend möglich sein.
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Das Land rüstet nach: In mehreren Tunnels wird der Handyempfang bald durchgehend möglich sein. - Foto: © shutterstock

In 14 Röhren vor allem im Großraum Bozen wird der Handyempfang schon in den nächsten Wochen funktionieren.  „So bald wie möglich machen wir bei den nächsten Tunnels weiter“, verspricht Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider.

Im Virgl-Tunnel in Bozen und im Tunnel in Völs – beide sind jeweils rund 700 Meter lang – ist die Mobilfunkanlage bereits in Betrieb; in den Tunnels Karneid, Kampenn und Eggenbach auf der Eggentaler Straße – insgesamt 3,5 Tunnelkilometer –, in den beiden Tunnels der Aurer Umfahrung St. Daniel und Castelfeder – insgesamt 2 Kilometer – und dem 2,9 Kilometer langen Tunnel der Leiferer Umfahrung wird das Signal mit Ende Juli freigeschaltet, wie Alfreider auf Anfrage der „Dolomiten“ mitteilt. Weitere 6 Tunnels folgen bis Ende Oktober. Damit ist das erste Baulos im Umfang von 1,9 Millionen Euro, das im August des Vorjahres ausgeschrieben wurde, abgeschlossen.

2 weitere Baulose – jeweils um weitere rund 2 Millionen Euro – sind in Vorbereitung und sollen, geht es nach Landesrat Alfreider, möglichst schnell in Angriff genommen werden. Wenn der Nachtragshaushalt unter Dach und Fach sei, werde er versuchen, bereits dort Geldmittel für die nächsten Baulose zweckzubinden.

Zum Handy greifen statt zur Notrufsäule laufen

Alfreider kennt das Problem des fehlenden Handyempfanges selbst nur zu gut: „Ich bin sehr viel im Auto unterwegs und nutze die Zeit für Telefongespräche. Und leider erlebe ich da selbst, wie oft die Verbindung unterbrochen wird – und das in manchen Gegenden nicht nur im Tunnel“, sagt Landesrat Alfreider.

Ein durchgängiger Mobilfunkempfang sei nicht nur bequem, sondern vor allem für die Sicherheit wichtig und notwendig. „Es ist mittlerweile auch wissenschaftlich bestätigt, dass Menschen in Notsituationen und im Stress nicht zur nächsten SOS-Notrufsäule laufen, um einen Notruf abzusetzen, sondern zu einem vertrauten Gerät, nämlich ihrem Handy, greifen“, sagt der Landesrat. Je schneller bei Unfällen, Bränden oder anderen Notfällen die Einsatzkräfte informiert würden, umso besser. Im Notfall entscheiden oft Sekunden. 

Vollständige Abdeckung des ganzen Landes

Deshalb werden in den neuen Tunnels schon beim Bau die nötigen Sendeanlagen mit eingebaut. Das war beispielsweise beim erst kürzlich eröffneten Kofl-Tunnel in Ulten der Fall, erzählt Landesrat Alfreider. Andere Tunnels müssen nachgerüstet werden. Dafür werden unter der Regie der Landesabteilung Straßendienst jeweils getrennte Sendeanlagen für die Mobilfunkbetreiber angebracht, die diese dann in Konzession für bestimmte Jahre führen und auch warten. Damit ein kontinuierliches Telefonieren im Tunnel möglich ist, muss auch das Außensignal stimmen, das von einer eigenen Antenne eingefangen wird. Ein einwandfreier Empfang ist allerdings auch vom Mobiltelefon selbst abhängig.

„Weil störungsfreies Telefonieren aus Sicherheitsgründen wichtig ist, liegt uns eine möglichst vollständige Abdeckung des Landes am Herzen. Es gibt nämlich auch noch freie Strecken, in denen das Signal nicht empfangen werden kann“, sagt Alfreider. Ein nächster Schritt wären dann die Eisenbahntunnels; dazu laufen Gespräche mit Trenitalia.

stol/D/wib

stol