Montag, 31. August 2015

Ja zu mehr Mehrsprachigkeit an der Schule, aber wie?

Es mangelt nicht an den rechtlichen Spielräumen, sondern an qualifizierten Lehrpersonen, sagt Landesrat Christian Tommasini. Dennoch: Er will die Zwei- und Dreisprachigkeit an den italienischen Schulen, vor allem in der Oberstufe, weiter ausbauen. Und auch sonst gilt es einigen Herausforderungen Herr zu werden.

Der Landesrat für die italienische Schule, Christian Tommasini, sieht die Tätigkeiten zur Förderung der Mehrsprachigkeit als prioritär an.
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Der Landesrat für die italienische Schule, Christian Tommasini, sieht die Tätigkeiten zur Förderung der Mehrsprachigkeit als prioritär an. - Foto: © shutterstock

Es war der offiziellen Startschuss für das Schuljahr 2015/2016 an den italienischen Schulen. Landesrat Tommasini zeigt sich im Rahmen der Eröffnungskonferenz der Führungskräfte zufrieden mit den erreichten Ergebnissen was die Mehrsprachigkeit und die Dreisprachigkeit an der Schule anbelangt.

Mehrsprachigkeit: Anstrengungen intensivieren

Seine Absicht sei es aber, die Anstrengungen in diesem Bereich besonders an den Oberschulen noch weiter auszubauen, so Landesrat Tommasini.

Zugleich wies er darauf hin, dass es durchaus genügend rechtlichen Spielraum gebe, um solche Projekte umzusetzen, Probleme bestünden aber, ausreichend geschulte Lehrpersonen zu finden, die mit CLIL (Content and Language Integrated Learning) - d.h. dem Unterricht der Lerninhalte des eigenen Faches in einer Fremdsprache - vertraut sind.

bestehende Pilotprojekte ausweiten

 Diesbezüglich regte er eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Universitäten von Bozen, Trient und Innsbruck an. Zudem sollten die bereits an den Schulen arbeitenden Lehrpersonen bei der Durchführung solcher Sprachprojekte stärker unterstützt werden.

Bereits bestehende Pilotprojekte sollten außerdem auf andere Schulen ausgeweitet werden. 

Schule und Arbeit vernetzen - duale Ausbildung in Südtirol hat wenig Akzeptanz

Als weitere Priorität erachtet der Landesrat die stärkere Verbindung zwischen der Schule und der Arbeitswelt. Dabei regte er den Ausbau der Durchlässigkeit zwischen diesen beiden Bereichen an. Dies würde auch dazu beitragen, die Unternehmen zu stärken und das unternehmerische Denken in den Schulen zu verankern, so der Landesrat.

 

Mit der Eröffnungstagung der Schulführungskräfte hat auch an den italienischen Schulen das Schuljahr 2015/2016 begonnen. Im Bild: Landesrat Tommasini (Mitte) und Schulamtsleiterin Minnei (rechts). - Foto: LPA/M. Diquirico

Gerade der Berufsbildung komme dabei eine große Bedeutung zu. Insbesondere hob er die Qualität der dualen Ausbildung in Südtirol hervor, wies aber auch darauf hin, dass dieses Modell vor allem in der städtischen Bevölkerung noch auf zu wenig Akzeptanz stoße.

Mehr Mittel für Integration und Inklusion, aber woher?

Zudem sprach der Landesrat über die Förderung der Integration. Angesichts gleichbleibender Geldmittel werde es notwendig sein, eine Umverteilung der Mittel ins Auge zu fassen, erklärte Landesrat Tommasini. Aufgrund der ständig steigenden Nachfrage müsse das gesamte System überdacht werden, um auf die neuen Bedürfnisse einer sich im Wandel befindlichen Gesellschaft eine Antwort zu finden.

"Die italienische Schule wird aber weiterhin eine Schule der Inklusion bleiben", versicherte der Landesrat. 

Zuletzt regte der Landesrat noch eine Überarbeitung der Stundenpläne für den Unterricht an, um den neuen Herausforderungen besser begegnen zu können. 

stol/lpa/ker

stol