Freitag, 08. Juli 2016

Josef Mayr-Nusser wird selig gesprochen

Am Freitag hat die Diözese Bozen-Brixen eine frohe Botschaft aus Rom erreicht. Der bekannte Südtiroler NS-Verweigerer Josef Mayr-Nusser wird am 17. März 2017 selig gesprochen werden.

Ehefrau Hildegard Straub, Sohn Albert Mayr und Josef Mayr-Nusser.
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Ehefrau Hildegard Straub, Sohn Albert Mayr und Josef Mayr-Nusser.

"Josef Mayr-Nusser war zeit seines Lebens ein überzeugter und überzeugender Christ, der Stellung bezogen und Farbe bekannt hat", sagte Bischof Ivo Muser am Freitag. Die Diözese erhielt am Freitag die Mitteilung, dass Papst Franziskus mit seiner Unterschrift die Seligsprechung Mayr-Nussers bestätigt hat. Die Seligsprechung soll am 18. März erfolgen. 

Mayr-Nusser, der bekannte SS-Eid-Verweigerer, gehört zum kollektiven Gedächtnis Südtirols - stellte er sich doch, als einer der Wenigen, dem nationalsozialistischen Regime entgegen - auf seine Weise.

Mayr-Nusser verweigerte SS-EID

1910 auf dem Nusshof Bozen geboren, wuchs der junge Mayr-Nusser in einem religiösen Umfeld auf, eine Religiösität, die ihn bis zu seinem Lebensende begleitet hat. Während der Südtiroler Optionszeit, eines der komplexesten und traumatischsten Kapitel der Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert, entschied sich Mayr-Nusser für das Dableiben - damit gehörte er zu einer kleinen Minderheit von Südtirolern – und schloss sich dem Widerstandskreis „Andreas-Hofer-Bund“ an. 

Nach Einmarsch der Wehrmacht im Zuge des „Fall Achse“ – die Besetzung Italiens durch Truppen der Deutschen Wehrmacht nach der Absetzung Mussolinis und der italienischen Kooperation mit den Alliierten - wurde Josef Mayr-Nusser zum deutschen Militär eingezogen. Zugeteilt wurde er der Waffen-SS – ein Militärverband, den der Internationale Militärgerichtshof 1946 zur verbrecherischen Organisation erklärte - verweigerte aber den SS-Eid, den Eid auf Adolf Hilter.

Als Konsequenz dieses, religiös motivierten, Handelns, wurde Mayr-Nusser zum Tode verurteilt. Auf dem Weg ins KZ Dachau verstarb er in einem Viehwaggon an den Strapazen der Haft. Begraben wurde er in Lichtenstern am Ritten. Josef Mayr-Nusser gilt als einer der bekanntesten Köpfe des Südtiroler Widerstandes, der sich auf unterschiedliche Weise artikulierte. 

3. Oktober wird liturgischer Gedenktag

Am 18. März wird im Bozner Dom die Seligsprechung gefeiert werden. Am folgenden Tag, dem 19. März, ist ein diözesaner Dankgottesdienst geplant. Der liturgische Gedenktag - für den dann neuen Seligen - ist der 3. Oktober.

stol/aw

stol