Montag, 16. Januar 2017

Kälteste Nacht seit Jahren und zu wenig Platz im Notquartier

Minus 20 Grad und in der Landeshauptstadt sind die Plätze für Obdachlose knapp. Die Winterquartiere sind übervoll, trotzdem stehen Menschen auf der Warteliste – und in der Kälte.

Minusgrade und übervolle Winterquartiere: In Bozen stehen täglich 14 Menschen auf der Warteliste für einen Platz in einer Notunterkunft.
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Minusgrade und übervolle Winterquartiere: In Bozen stehen täglich 14 Menschen auf der Warteliste für einen Platz in einer Notunterkunft. - Foto: © shutterstock

Die vergangene Nacht war die kälteste seit sieben Jahren: - 21 Grad in Welsberg – so kalt war es seit Dezember 2009 nicht mehr. Auch Bozen erlebt aktuell klirrend kalte Nächte und die Stadt öffnet ihre Winterquartiere für Obdachlose. Bis Ende März bleiben die Quartiere offen.

Aktuell finden 100 Personen im Ex-Alimarket-Gebäude in der Industriezone Unterschlupf, 25 weitere Plätze konnten kurzfristig in der Stadthalle in der Reschenstraße geschaffen werden, berichtete am Montag Bozens Stadtrat Sandro Repetto. Zusätzlich zu den beiden Unterkünften biete die Stadt eine Mensa am Verdiplatz.

Insgesamt werden in den Gebäuden, die als Unterkunft für 95 Menschen gedacht gewesen waren, 125 Menschen betreut. Die Zahl der Quartiere für Obdachlose sei aufgestockt worden, betont der Stadtrat, und dennoch: Täglich stehen 14 Personen auf der Warteliste.

In den Unterkünften werden laut Stadt Bozen ausschließlich Männer betreut. Frauen und Kinder fänden in anderen Strukturen Hilfe. Bürgermeister Renzo Caramaschi rechnet nicht damit, dass sich die Lage in den nächsten Monaten verbessern werde.

stol

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