Mittwoch, 04. März 2015

Kamera filmt die Mord-Nacht von Moskau

Die Hintergründe zum Mode an Kreml-Kritiker Boris Nemzow liegen noch im Dunkeln. Licht in die Sache könnten nun Aufnahmen einer Mini-Videokamera bringen.

Boris Nemzow wurde ermordet.
Boris Nemzow wurde ermordet. - Foto: © LaPresse

Es sind Bilder einer privaten Mini-Videokamera, einer sogenannten Dash-Cam, aus einem Auto, das in der Nacht zum Samstag in der Nähe des Kreml und des Tatortes unterwegs gewesen sein soll, drei Minuten nach der Tat.

Medien berichteten am Mittwoch, dass russische Behörden im Fall des ermordeten Oppositionspolitikers Boris Nemzow mehrere Verdächtige ausgemacht hätten.

Allerdings sei dies nur eine Möglichkeit, die in Betracht gezogen werde, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow.

Präsident Wladimir Putin erklärte unterdessen, dass der Fall auch eine politische Note trage. Solche Morde dürfe es in Russland nicht geben, sagte der Staatschef während eines Treffens mit Vertretern des Innenministeriums.

Nemzow war am Freitag unweit des Kremls in Moskau erschossen worden. Die Hintergründe liegen im Dunkeln. Anhänger des prominenten Oppositionellen werfen der Regierung vor, Hass gegen Kritiker zu säen. Auch im westlichen Ausland steht die russische Staatsführung in der Kritik.

Berater Putins haben wiederholt erklärt, die Regierung habe mit dem Attentat nichts zu tun.

dpa

stol