Mittwoch, 30. März 2016

Kanadischer Ex-Minister auf Weg zu Beerdigung abgestürzt

Ein beliebter Ex-Minister, seine Frau und weitere Mitglieder der Familie sterben bei einem Flugzeugabsturz in der Provinz Québec. Kanadas Premierminister Justin Trudeau spricht von einem „großen Verlust für die Politik des Landes“.

Ein beliebter Ex-Minister Kanadas kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.
Ein beliebter Ex-Minister Kanadas kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. - Foto: © APA/Reuters

Der ehemalige kanadische Minister Jean Lapierre ist auf dem Weg zur Beerdigung seines Vaters bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Auch die Ehefrau des 59-Jährigen und drei seiner Geschwister sowie zwei Crewmitglieder starben.

Lapierre und seine Familienangehörigen waren in einem gecharterten Kleinflugzeug zu der Trauerfeier unterwegs, als die Maschine am Dienstag in der Nähe des Flughafens der Magdalenen-Inseln in der Provinz Québec abstürzte, wie die „Globe and Mail“ und der Sender CBC berichteten.

Die zweimotorige Maschine verunglückte nach Angaben der Zeitung bei Nebel und gefrierendem Regen. Zuvor hatte die kanadische Wetterbehörde für die im Sankt-Lorenz-Golf gelegenen Inseln vor starken Winden gewarnt.

Lapierre von der Liberalen Partei wurde nach einem Jurastudium im Alter von 23 Jahren Abgeordneter, mit 28 wurde er als Jugend- und Freizeitsportminister der jüngste Minister in der Geschichte des Landes. Er gehörte zu den Gründern des frankophonen Bloc Québécois, wurde später Transportminister und hatte eine zweite Karriere als politischer Kommentator im Fernsehen.

Sein Tod erschütterte Politiker und Medien in Kanada. Premierminister Justin Trudeau sprach auf Twitter von einem „großen Verlust für die Politik des Landes“.

Laut „Globe and Mail“ zerschellte die Maschine kurz vor der Landung in einem Feld einige Kilometer vor dem Flughafen. Das Flugzeug sei auseinander gebrochen. Demnach starben sechs Menschen noch am Unglücksort, ein Opfer erlag später seinen Verletzungen. Das Flugzeug gehörte der Zeitung zufolge einem privaten Unternehmen.

dpa

stol