Mittwoch, 01. Juni 2016

Katastrophenalarm in Bayern – Dramatische Szenen im Hochwasser

Land unter im Südosten Bayerns: Heftiger Regen hat zu schweren Überschwemmungen geführt. Der Landkreis Rottal-Inn löste in einigen Gemeinden Katastrophenalarm aus. Etwa 250 Kinder mussten am Mittwoch stundenlang in ihrer Schule in Triftern ausharren, weil die Zufahrten nicht passierbar waren. Mit Hubschraubern wurden Menschen von Hausdächern gerettet.

Heftiger Regen hat in ganz Bayern zu Überschwemmungen geführt.
Heftiger Regen hat in ganz Bayern zu Überschwemmungen geführt. - Foto: © APA/EPA

In Simbach stand das Wasser der Polizei zufolge meterhoch. Auch in Sachsen wurden Straßen überspült, während sich die Lage im Südwesten vorerst etwas entspannte.

32 Liter Regen pro Quadratmeter fielen binnen sechs Stunden allein in Pfarrkirchen bei Triftern. „Das ist schon ein kräftiger Dauerregen“, sagte der Meteorologe Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD). „Es herrscht Land unter. Die Wassermassen kamen sehr schnell“, hieß es von der Polizei. „Die Situation hat sich in den letzten Stunden dramatisch zugespitzt“, sagte der Bürgermeister von Triftern, Walter Czech. Verletzte habe es bisher aber nicht gegeben.

Gewitter sollen bis Sonntag anhalten

Die Aussichten für die kommenden Tage bleiben trüb: Mindestens bis Sonntag werde sich die Gewitterluft in Deutschland halten, sagte der DWD-Meteorologe Simon Trippler. Unwetter könnte es in der Mitte, im Osten und im Norden geben. Aus Polen zog Tief „Friederike“ herüber.

Menschen mussten mit Hubschraubern von den Dächern geholt werden - Foto: APA/epa

„Alles, was wir verfügbar haben, ist im Einsatz“, teilte das Polizeipräsidium Niederbayern mit. Polizisten seien auch von Grenzübergängen nach Österreich abgezogen worden. Eine Brücke am Übergang zum österreichischen Braunau war komplett überspült.

Eine Schulklasse aus Augsburg wurde bei einem Bootsausflug auf dem Schwarzen Regen vom Unwetter überrascht. 20 Kinder strandeten auf einer Insel und mussten gerettet werden. Zwei Mädchen erlitten einen Schock und eine Unterkühlung. Eine Asylbewerberunterkunft in einer ehemaligen Turnhalle in Simbach musste geräumt werden.

Lastwagenfahrer kletterten auf der Bundesstraße 12 auf die Dächer ihrer Fahrzeuge, weil sie Angst hatten, von den Fluten davongeschwemmt zu werden, wie Rettungskräfte berichteten.

apa/dpa

stol