Sonntag, 29. Oktober 2017

Kaum Strafe für Stalker

Betroffene nennen das einen „Schlag ins Gesicht“: Wer (lediglich) 1500 Euro Bußgeld auf den Tisch legt, bleibt als Stalker ohne Vorstrafe, wie die Sonntagszeitung "Zett" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet.

Das Gericht hat entschieden: Der Stalker blieb so gut wie straffrei.
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Das Gericht hat entschieden: Der Stalker blieb so gut wie straffrei.

Möglich macht dies eine unscharfe Gesetzesformulierung, die bald nachjustiert werden dürfte. Anlass dafür ist ein aktuelles Gerichtsurteil, das italienweit für Entsetzen sorgt. 

„Stalking“ lautete der Vorwurf gegen den 39-jährigen D.S., über den schlussendlich die Vorverhandlungsrichterin Rosanna La Rosa am Obersten Gericht von Turin zu befinden hatte. Am 5. Oktober 2017 fällte sie nach verkürztem Verfahren  folgendes Urteil: Gemäß „Artikel 162-ter“ in „Comma 1 in Artikel 1 des Staatsgesetz 103/2017“ müsse der Täter D.S. 1500 Euro Schadenersatz berappen. Selbst wenn die 24-jährige Frau dieses Geld nicht annehme (was sie auch tatsächlich nicht getan hat),  sei damit das Vergehen abgegolten. Damit bleibt der Stalker de facto straffrei bzw. ohne Vorstrafe.

Z/ch/lub

Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe der Sonntagszeitung "Zett".

stol