Donnerstag, 19. September 2019

Kleinkindbetreuung in Südtirol: Kleine Kinder und große Ansprüche

Die Kleinkindbetreuung ist derzeit ein heißes Thema in Südtirol, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, individuelle Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Qualitätskriterien stehen im Fokus. Der Landesverband der Sozialberufe fordert: Neben den Eltern und Einrichtungen muss auch auf die Bedürfnisse der Betreuer und Betreuerinnen eingegangen werden.

Derzeit wird viel über die Kleinkindbetreuung in Südtirol diskutiert. - Foto: Familienagentur/Ingrid Heiss
Badge Local
Derzeit wird viel über die Kleinkindbetreuung in Südtirol diskutiert. - Foto: Familienagentur/Ingrid Heiss

Anfang September hatte sich die Kinderbetreuer-innen und Tagesmütter und -väter, die sich im Landesverband der Sozialberufe organisiert haben, zu einer ersten Informationsveranstaltung mit Landesrätin Waltraud Deeg getroffen.

„Die Kleinkindbetreuung ist ohne Zweifel ein wichtiger Aspekt, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen und spielt somit auch für die Beschäftigungspolitik eine wichtige Rolle“, erklären die LVS-Geschäftsführerin Marta von Wohlgemuth und Philipp Tommasini vom Fachbereich Kinderbetreuer-innen und Tagesmütter/Väter.

Um eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, soll Eltern eine breite Palette von individuellen Kinderbetreuungsmöglichkeiten angeboten werden, um besonders den Müttern den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben zu ermöglichen.

Das Land Südtirol hat in den vergangenen Jahren dafür die entsprechenden Weichen gestellt, diese reichen von der Tarifreduzierung für die Familien über den quantitativen Ausbau der Betreuungsplätze bis hin zur Qualitätsverbesserung der Dienste. „Schließlich ist es das gemeinsame Ziel, den Familien in Südtirol eine größtmögliche Wahlfreiheit der Betreuungsangebote bei einer gleichzeitig gerechten Umlage der Mehrkosten zu gewähren.“

Doch damit gibt es ein Problem, so von Wohlgemuth und Tommasini: „Jene, die für die Kleinkindbetreuung zuständig sind, nehmen in diesem Kontext nur eine Nebenrolle ein und dass muss sich ändern.“

Neben den Bedürfnissen und den wirtschaftlichen Aspekten der verschiedenen Organisationen und Einrichtungen und jenen der Eltern, die eine hohe Flexibilität brauchen, benötigten nämlich auch die Kinderbetreuerinnen, Tagesmütter und Väter eine gerechte Entlohnung und dadurch Planungssicherheit für ihre Lebensplanung und Lebensgestaltung.

„Zentrales Thema bei der Informationsveranstaltung Anfang September war ein tragfähiger Landeszusatzvertrag, um auch das Thema Lohngerechtigkeit zu regeln. Ein erster Entwurf dieses Zusatzvertrages wird in Kürze der Landesrätin von den Gewerkschaften zugestellt.“

„Für diesen gesamtgesellschaftlichen Auftrag müssen auch die Mitarbeiterinnen entsprechende Rahmenbedingungen bekommen und gerecht entlohnt werden, denn letztendlich sind sie es, die die Kleinkinder betreuen und sich somit um das Humankapital unserer Gesellschaft kümmern.“

stol/liz

stol