Dienstag, 10. Mai 2016

Kletterer entdecken Münzschatz in Felsspalte

Zwei Kletterer aus Bayern sind in einem Felsen der Sächsischen Schweiz bei Dresden auf alte Silbermünzen gestoßen. Wer das kleine Vermögen versteckt hat und warum, ist unbekannt – für Experten ein eher seltener Fund.

Bei einer Klettertour in der Sächsischen Schweiz haben zwei Männer rund 1000 historische Silbermünzen entdeckt. - Foto: "Dolomiten"-Archivbild
Bei einer Klettertour in der Sächsischen Schweiz haben zwei Männer rund 1000 historische Silbermünzen entdeckt. - Foto: "Dolomiten"-Archivbild

Glücklicher Zufall: Zwei fränkische Bergsteiger sind bei einer Klettertour in der Sächsischen Schweiz Ende April auf ein Versteck mit historischen Silbermünzen gestoßen. Der von Archäologen geborgene und sichergestellte Münzschatz umfasst bisher 800 bis 1000 Stücke, wie bei der Präsentation des Fundes gesagt wurde.

Die Angaben zu Umfang und Datierung sind noch vorläufig. Laut der sächsischen Landesarchäologin Regina Smolnik handelt es sich aber „um einen der größten Münzschätze Sachsens aus dieser Epoche“.

Bisher wurde überwiegend Zahlungsmittel aus dem 17. sowie 18. und frühen 19. Jahrhundert identifiziert – vom sächsischen Doppelgroschen von 1693 bis zum preußischen Taler von 1817. Das Geld ist vermutlich zwischen 1817 und 1820, kurz nach dem Wiener Kongress, versteckt worden.

Das meiste sind kaiserliche Prägungen aus dem Haus Habsburg, aus Sachsen und Preußen aus den letzten Jahren des Siebenjährigen Krieges und der Zeit der Napoleonischen Kriege. Aber auch Münzen des Kaiserreichs Österreich, der Herzogtümer Braunschweig-Wolfenbüttel und Pommern, dem Erzbistum Salzburg und der Freien Reichsstadt Nürnberg gehören zum Konvolut.

Der Finder hat sich nach Angaben der Behörden „musterhaft“ verhalten und bekommt eine Belohnung. Die beiden fränkischen Kletterer wollen anonym bleiben. Um einen Run privater Schatzsucher auf den Nationalpark zu vermeiden, bleibt der genaue Fundort geheim: eine selten begangene Stelle zwischen Bad Schandau und Sebnitz. Selbst die Experten mussten klettern, um den drei bis vier Kilogramm schweren und mit Erdreich versehenen Fund zu bergen.

Dessen heutiger Wert ist wegen sehr abgegriffener Oberflächen und anhaftender Korrosionen eher gering. Auch museal stellen die Stücke keine Raritäten dar, das Münzkabinett hat bereits Belegexemplare.

Für die Archäologen aber ist es ein eher seltener Zufallsfund und wissenschaftlich von großem Interesse. „Gibt er doch Auskunft über eine Zeit, die offenbar nur scheinbar befriedet war“, sagte Smolnik. Wessen Schatz aber nun nach knapp 200 Jahren wieder ans Licht kam und warum, „darüber kann nur spekuliert werden“.

dpa

stol