Sonntag, 10. September 2017

Klimaerwärmung begünstigt Verschwinden der Braunbären

Die Klimaerwärmung nach dem Ende der Eiszeit hat einer Modellrechnung zufolge zum Verschwinden der Braunbären in Europa beigetragen.

Die Landnutzung, die Bejagung und der Klimawandel haben zum Verschwinden der Braunbären nach dem Ende der Eiszeit beigetragen.
Die Landnutzung, die Bejagung und der Klimawandel haben zum Verschwinden der Braunbären nach dem Ende der Eiszeit beigetragen. - Foto: © D

Das hat das Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum in Frankfurt herausgefunden.

„In den letzten 12.000 Jahren ist die Wintertemperatur in weiten Teilen Europas um 2 bis 4 Grad angestiegen“, erklärt Senckenberg-Wissenschaftler Jörg Albrecht, der die Analyse eines internationalen Forscherteams geleitet hat. „Dadurch haben die vorhandenen Braunbären weniger Nachkommen bekommen und sind letztendlich immer weniger geworden.“

Verbrauchen mehr Energie für Winterruhe

Braunbären (Ursus arctos) verbrauchen demnach bei steigenden Wintertemperaturen mehr Energie für ihre Winterruhe. Die Weibchen, die in den Wintermonaten Nachwuchs bekommen, wenden ihre Reserven aber entweder für die Winterruhe oder aber die Fortpflanzung auf.

„Wird mehr Energie für die Winterruhe verbraucht, bleibt weniger für die Fortpflanzung übrig, was die Anzahl der Nachkommen verringert“, heißt es vom Senckenberg-Institut.

Landnutzung, Bejagung, Klimawandel

Schon lange bekannt ist, dass das Verschwinden der Braunbären in Europa mit der Landnutzung und der Bejagung durch den Menschen zusammenhängt. Die Studie habe nun gezeigt, dass auch der Klimawandel eine wichtige Rolle spielte, erklärt Albrecht.

Am Ende der letzten Eiszeit kam der Braunbär noch überall in Europa vor, inzwischen gibt es nur noch vereinzelte Populationen in den Pyrenäen, Nordskandinavien und Osteuropa.

apa/dpa

stol