Freitag, 07. Mai 2021

Kostenlose Hygieneartikel für Frauen in schwierigen Situationen

Die Apotheken von Brixen und Vahrn spenden in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gemeinden Hygieneartikel an Frauenhaus und andere Einrichtungen, die Anlaufstellen für Frauen in schwierigen Situationen bzw. für Menschen mit Behinderung sind.

Es gibt verschiedene Initiativen, die das Thema „geschlechterbedingte Armut“ in den Fokus zu rücken und vor allem sozial benachteiligten Frauen entgegenzukommen.
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Es gibt verschiedene Initiativen, die das Thema „geschlechterbedingte Armut“ in den Fokus zu rücken und vor allem sozial benachteiligten Frauen entgegenzukommen. - Foto: © shutterstock
Die Debatte, dass Menstruationsprodukte keine Luxusgüter seien und Frauen dadurch Mehrkosten unterworfen sind, gibt es seit einigen Jahren. Auch im Landtag wird im Mai darüber erneut diskutiert. Die Grundidee der Diskussion ist, Frauen im öffentlichen Gesundheitssystem gleichzustellen. Zurzeit laufen diverse Anfragen und Beschlussanträge auch in den Gemeindestuben Südtirols ein, die auf das Thema hinweisen und Aktionen fordern. Eine allgemeine Kostenreduzierung durch eine niedrigere Besteuerung von Hygieneartikeln und Menstruationsprodukten wird auch auf Staatsebene überlegt. Doch dies scheint noch zu dauern.

In der Zwischenzeit gibt es verschiedene Initiativen, das Thema „geschlechterbedingte Armut“ in den Fokus zu rücken und vor allem sozial benachteiligten Frauen entgegenzukommen. Auch die Gemeinden Brixen und Vahrn beteiligen sich an der inzwischen weltweiten Initiative. In Zusammenarbeit mit allen sechs Apotheken werden kostenlos Menstruationsprodukte an soziale Einrichtungen abgegeben, zunächst mit einem Warenwert von 1.200 Euro.





„Damit möchte man ein Zeichen setzen und jenen Frauen helfen, die sich die Spesen im Moment wirklich nicht leisten können. Man möchte aber mit der Initiative besonders dazu beitragen, dass Aufmerksamkeit auf dieses Thema gelenkt wird und die Reduzierung der Mehrwertsteuer doch bald erfolgreich vorangetrieben werden kann.“ erklärt Florian Peer, in Vertretung der Apotheker von Brixen und Vahrn. Damit kämen alle Frauen in den Genuss einer Erleichterung. „Die meisten Frauen, die ins Frauenhaus kommen, fallen zunächst in ein finanzielles Loch und stehen vor dem Nichts. Ein Notpaket mit einer Grundausstattung an Lebensmitteln hilft über die ersten Tage. Dieses kann nun mit den äußerst notwendigen Hygieneartikeln ergänzt werden. In solchen Situationen zählt jeder Cent.“ begrüßt Barbara Wielander die Aktion.

„Mit der Abgabe der Produkte an das Frauenhaus und andere sozial unterstützende Institutionen vor allem auch an Einrichtung, in denen Menschen mit Behinderungen untergebracht sind, hoffen wir, zielgerichtet verteilen zu können und Frauen zu unterstützen, die in schwierigen oder besonderen Lebenssituationen sind. Die Apotheken haben zugesagt, den Bedarf auf die Bedürfnisse der Einrichtungen abzustimmen.“ erklärt Stadträtin Monika Leitner die Aktion.



stol