Donnerstag, 14. Dezember 2017

Krippenschändung: Junge, „dumme“ Bozner ausgeforscht

Der Fall hat so hohe Wellen geschlagen, dass sich auch die Staatspolizei damit beschäftigt hat. Am Donnerstag kam die Bestätigung, dass zwei der drei Jugendlichen, die die Krippe am Bozner Waltherplatz geschändet haben, identifiziert werden konnten. Ob sie mit einer Strafe rechnen müssen, ist unklar. Dem Jugendgericht gemeldet werden sie in jedem Fall.

Über das Foto der Krippenschändung werden die Jugendlichen ausgeforscht. - Foto: Facebook/Amicizia
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Über das Foto der Krippenschändung werden die Jugendlichen ausgeforscht. - Foto: Facebook/Amicizia

„Es stimmt, sie wurden ausgeforscht - zumindest die zwei Jungen“, sagt Giorgio Augusto Porroni, Sprecher der Bozner Quästur, auf Nachfrage von STOL. Bei den zwei Jugendlichen handelt es sich demnach um zwei in Bozen wohnhafte Jungen, einer volljährig und einer minderjährig. 

Die Identität des Mädchens - auch sie höchstwahrscheinlich keine 18 Jahre alt - wird noch ermittelt. Auch sie stammt wohl aus der Landeshauptstadt.

Dem Jugendgericht gemeldet

Der Anlass ist für Porroni ein überaus „dummer“. Das Trio hat sich bei der Krippenschändung am Bozner Waltherplatz fotografieren lassen und das Bild ins Netz gestellt. Daraufhin war ein Sturm der Entrüstung ausgebrochen (STOL hat berichtet). „Auch wenn die betroffenen Jugendlichen das Foto gelöscht haben, das Bild wird durch die Verbreitung nie mehr aus dem Netz zu bekommen sein“, gibt Porroni zu bedenken. 

Das Foto ihrer Tat geistert auf ewig durch das Netz. - Foto: Facebook/Amicizia

Ob sich für die Jugendlichen daraus Konsequenzen ergeben, ist noch unklar. „Sie werden in jedem Fall dem Jugendgericht gemeldet“, so Porroni. Ob es ein gerichtliches Nachspiel wegen obszöner Gesten in der Öffentlichkeit geben wird, wird sich zeigen. Auch ob das Verkehrsamt Bozen zivilrechtlich gegen das Trio vorgehen wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest, „denn dieses weit verbreitete Foto vom Bozner Weihnachtsmarkt ist wenig schmeichelhaft“, so Porroni. 

Er hofft, dass die Tat selbst vor so wenig Publikum wie möglich stattgefunden hat. 

Ob Verkehrsamt Klage einreicht?

Im Verkehrsamt hatte man in einer ersten Reaktion auf die Krippenschändung mit Unverständnis reagiert. Dennoch wollte man der Sache nicht noch mehr Gewicht verleihen, sondern den Blick auf die schöne Seite und die Krippe als beliebtes Fotomotiv des Marktes legen, hatte Roberta Agosti von Bozner Verkehrsamt den Vorfall kommentiert (STOL hat berichtet).

Dass die Jugendlichen auf jeden Fall „Angst bekommen haben, zeigt sich schon dadurch, dass sie ihre sämtlichen Profile im Internet gelöscht haben“, so der Quästursprecher. Er hofft, dass die jungen, dummen Leute daraus ihre Lehren ziehen, „denn dass sie dumm sind, daran besteht kein Zweifel.“

stol/ker

stol