Samstag, 30. April 2016

Kritisch und konstruktiv – im KVW und in der Gesellschaft

Die Landesversammlung des Katholischen Verbands der Werktätigen (KVW) stand unter dem Motto „Konstruktiv, kritisch gestalten“.

Landesversammlung des Katholischen Verbands der Werktätigen
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Landesversammlung des Katholischen Verbands der Werktätigen

 KVW Landesvorsitzender Werner Steiner erinnerte an die ureigenen Aufgaben der Sozialbewegung: der KVW „entstand aus dem Ruf nach Gerechtigkeit, nach Bewahrung der Schöpfung, nach Frieden unter den Volksgruppen“.

Daran können sich die 3000 Ehrenamtlichen in den 250 Ortsgruppen auch heute noch orientieren. Werner Steiner machte den anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Ortsgruppen aus dem ganzen Land Mut, die Themen aus christlicher Sicht zu beleuchten und einen wachen Sinn für die Mitmenschen einzufordern.

Noch nie dagewesene Herausforderung

„Eine noch nie dagewesene Herausforderung trifft uns mit den Flüchtlingen“, sagte Steiner. KVW Ortsgruppen und Bezirke nehmen diese Herausforderung an, sind bereit einen Teil der Verantwortung mitzutragen.

Die Sensibilisierungskampagne des KVW Bezirks Bozen mit der Wanderausstellung „Wir in Südtirol“ empfing die Besucher schon vor dem Waltherhaus. Die Aufsteller, die zum Nachdenken anregen sollen, stellen denMenschen in den Mittelpunkt, egal ob Einheimischer, Zugezogener oder Flüchtling, es geht um Hobbies, Vorlieben, Gemeinsamkeiten.

Werner Steiner appellierte an die Politik, sich beim Thema Flüchtlinge nicht mit einfachen Lösungen zufrieden zu geben. „Es ist nicht leicht, in dieser Situation die richtigen Lösungen parat zu haben. Ich finde, dass die Politik noch große Anstrengungen auf sich nehmen muss“, richtete der KVW Landesvorsitzende mahnende Worte an die anwesenden Gäste.

Mahnende Worte

Mahnende Worte gab es auch in Bezug aufs Patronat. Die italienische Regierung hat in den vergangenen Jahren wiederholt versucht, die Patronate zu schwächen. Sie sind aber wertvolle Zwischenschalter, die den Menschen helfen, zu ihren Rechten zu kommen.

Kein Bürger kann sich selbst seine Rente berechnen, es baucht professionelle Beratung und Hilfeleistung und das leisten die Patronate. Der Zugang übers Internet kann dies nicht ersetzen.Abgesehen davon, dass es Menschen gibt, die nicht über die nötige Ausrüstung und die notwendigen Kenntnisse verfügen, fehlt die Beratung völlig. „Dieser Weg stellt eine eindeutige Beschneidung der Bürgerrechte dar“, warnte KVW Landesvorsitzender Werner Steiner.

Humanität statt Härte 

Der geistliche Assistent Josef Stricker sieht die Aufgabe des Sozialverbandes mit dem „K“ im Namen darin, verdeckte Seiten des Lebens sichtbar zu machen. „Die Schweinwerfer sollen die dunklen Seiten anleuchten und ins Rampenlicht bringen“, so Stricker. Dort, wo die öffentliche Dikussion einseitig verläuft, soll sich der KVW einmischen. Gerade bei drei Themen braucht es Widerspruch, meinte Stricker: gegen die wachsende Polarisierung im Land, gegen einfache Lösungen bei komplexen Problemlagen und gegen das politische Geschäft mit der Angst.

Dunkle Flecken, die beleuchtet werden sollten sind einmal die Flüchtlinge, wo der KVW eindeutig für Humanität steht und nicht für Härte.

Aber auch bei den Steuern und Sozialabgaben müsste das Licht auf Widersprüche gelenkt werden. Es wird über den hohen Steuerdruck und die Sozialabgaben gejammert und gleichzeitig werden Forderungen nach neuen Ausgaben gestellt. „Weniger Einnahmen auf der einen Seite bedeuten aber, dass wenige Geld für Soziales, Bildung, Renten und Infrastrukturen zur Verfügung steht“, machte Stricker auf einen Widerspruch aufmerksam.

Ein Zaun aus Stacheldraht mit der Aufschrift „Grenze“ - vor dem Waltherhaus aufgebaut -, erinnerte die KVWler aus dem ganzen Land an einen dunklen Fleck. Europa dürfe nicht zu einer Festung werden, in der es offene Grenzen nur für uns, für die Touristen und Waren gibt.

stol