Donnerstag, 06. Juni 2019

Kurtatsch: Vogeldiebe geschnappt

Carabinieri, Ortspolizei, Förster und Jagdaufseher sind in diesen Tagen im Dauereinsatz, um Nesträubern das Handwerk zu legen. In einer aufsehenerregenden Aktion ging den Ermittlungsbeamten in Kurtatsch ein besonders dreistes Pärchen ins Netz.

Foto: CC Kurtatsch
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Foto: CC Kurtatsch

Bereits am Dienstag waren der 57-Jährige und die 20-Jährige von einem Obstbauer auf frischer Tat ertappt worden. Er war durch lautes Vogelzwitschern aufmerksam geworden und entdeckte einen Karton, der in seiner Obstanlage abgestellt war. Darin befanden sich mehrere Nester mit 12 Jungvögeln.

Kurz darauf näherte sich einer der mutmaßlichen Vogeldiebe dem Bauer und bot ihm 200 Euro, damit er sich aus dem Staub mache und so tue als ob er nichts gesehen habe. Der Landwirt zeigte sich unbeeindruckt und verständigte umgehend die Carabinieri, die in kürzester Zeit vor Ort waren. In der Zwischenzeit hatten die Nesträuber jedoch fluchtartig das Weite gesucht. Der Landwirt konnte noch ein Foto vom Fahrzeug samt Kennzeichen machen. In der Folge wurde der Fahrzeughalter ausgeforscht und angezeigt. Die zurückgelassenen Jungvögel, zwölf Singdrosseln, wurden vom zuständigen hauptberuflichen Jagdaufseher ins Tierheim Sill gebracht.

Diebe kehrten zurück 

Am Mittwoch, kehrten die beiden Nesträuber, als ob nichts gewesen wäre, an den Ort des Geschehens zurück, um erneut auf Beutezug zu gehen. Doch dieses Mal gelang es den Beamten, sie schließlich dingfest zu machen.

Bei den Nesträubern konnten insgesamt 14 Singdrossel-Küken sowie, in einer Socke verstaut, eine junge Singdrossel sichergestellt werden. Die Jungvögel wurden wiederum vom Jagdaufseher in die Sill gebraucht, wo sie aufgezogen und anschließend ausgewildert werden. Die beiden Nesträuber, sie stammen aus dem Raum Bergamo, wurden auf freiem Fuß bei der Staatsanwaltschaft wegen Nestraubs angezeigt. Ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr bzw. eine Geldbuße von bis zu 2.065 Euro.

Hohe Strafen

Trotz dieses erheblichen Strafausmaßes dürften jährlich einige hundert Drossel-Küken gestohlen und außer Landes geschafft werden. Sie werden anschließend verstümmelt und auf dem Schwarzmarkt für mehrere hundert Euro pro Stück als Lockvögel verkauft.

Foto: LPA/Landesforstkorps

Foto: LPA/Landesforstkorps

stol

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