Samstag, 11. April 2015

KVW-Landesversammlung: Die Zukunft des Sozialen

Am Samstag fand im Bozner Waltherhaus die 30. Landesversammlung des KVW statt. Gesellschaftlicher Wandel, soziale Umbrüche und Veränderungen waren dabei die zentralen Themen.

Der Vorstand des KVW auf der Landesversammlung am Samstag. - Foto: KVW
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Der Vorstand des KVW auf der Landesversammlung am Samstag. - Foto: KVW

Der Sozialforscher und Politologe Herman Atz merkte in seiner Ansprache an, dass die Zeit des steten Wachstums vorbei sei. Dies habe den Sozialstaat in eine Krise gebracht. „Leider wurde beim Sozialstaat auf ständige Expansion gesetzt“, analysierte Atz. Die Vertrauenskrise in die Politik sei eine Folge davon. „Die Politik wird für die persönliche Verunsicherung und für die Angst vor Deklassierung verantwortlich gemacht“, erläuterte Atz. Doch böten Krisen auch die Chance, Ballast abzuwerfen und das eigene Handeln zu überdenken.

Auch die Zukunft des KVW selbst war ein Thema der Landesversammlung: Soziale Innovation, Entbürokratisierung und echte Solidarität seien von entscheidender Bedeutung für die kommenden Jahre.

Der KVW-Landesvorsitzende Werner Steiner stellte fest, dass im Verband die Weichen neu gestellt werden müssten. Finanzielle Mittel seien gekürzt worden, weitere Kürzungen beim Patronat stünden an. Es sei offen, ob der KVW weiterhin die Dienste des Patronats kostenlos für alle anbieten könne.

Große Veränderungen gebe es auch beim Steuerbeistandszentrum Caf. Diese würden interne Umstrukturierungen erforderlich machen. Steiner betonte, dass der KVW durchaus bereit sei, Kompromisse mitzutragen und sich auf gemeinsame Ziele mit der Politik einzulassen. „Im Sinne der Subsidiarität leisten wir unseren Teil“, so Steiner. Er forderte die Politik jedoch auch auf, durch baldige Taten das Gefühl nicht ganz ernst genommen zu werden, zu entschärfen.

stol