Freitag, 03. April 2015

Lawinenunglück: Überlebende zuhause angekommen

Nach dem Lawinenunglück in den französischen Alpen mit drei Toten und einem Schwerstverletzten sind die übrigen sieben Gruppenmitglieder in der Nacht auf Ostersamstag zu ihren Familien in Österreich und Bayern zurückgekehrt. Dies teilte OeAV-Generalsekretär Robert Renzler der APA mit.

Der Unglücksberg Col Emile Pic, wo Martin Pallua (kleines Bild) zusammen mit zwei Bergkameraden aus Österreich von einer Lawine getötet wurde.
Badge Local
Der Unglücksberg Col Emile Pic, wo Martin Pallua (kleines Bild) zusammen mit zwei Bergkameraden aus Österreich von einer Lawine getötet wurde. - Foto: © APA/EPA

Der Zustand des im Krankenhaus von Grenoble behandelten schwerst verletzten Osttirolers sei „stabil“, hieß es. 

Die beiden vom OeAV zur Unfallstelle geschickten Bergführer, die am Freitag sich ein Bild an Ort und Stelle im Ecrins-Massiv gemacht hätten, hätten die Schilderungen der übrigen Gruppenmitglieder bestätigt, berichtete Renzler.

Es habe sich um ein „sehr hartes Schneebrett“ gehandelt, der Unfall sei nicht vorhersehbar gewesen. Auch die französischen Ermittlungen hätten dieses Bild bestätigt, sagte der OeAV-Generalsekretär.

Von Schneebrett in die Tiefe gerissen

Die elfköpfige Gruppe war laut Angaben des ÖAV am Mittwoch gegen 14.30 Uhr im Ecrins-Massiv am Col Emile Pic nahe der Ecrins-Hütte in rund 3.350 Metern Höhe von einem 80 Meter breiten und 250 Meter langen Schneebrett in die Tiefe gerissen worden, nachdem die Alpinisten eine Scharte bewältigt hatten.

Sechs Teilnehmer wurden komplett, fünf teilweise verschüttet. Die Teilverschütteten konnten sich entweder selbst befreien, bzw. kamen ihnen Alpinisten zu Hilfe, die sich in diesem Bereich befunden hatten.

Die drei Alpinisten waren sofort tot

Martin Pallua und die beiden anderen Alpinisten im Alter zwischen 20 und 25 Jahren verstarben noch an Ort und Stelle (STOL hat berichtet). Der schwerverletzte Nordtiroler wurde in die Klinik nach Grenoble geflogen. Die restlichen Gruppenmitglieder hatten die Nacht in der Ecris-Hütte verbracht und wurden Donnerstagvormittag mit Rettungshubschraubern nach Briancon ausgeflogen.

Zur Zeit steht noch nicht fest, wann die Leiche von Martin Pallua in seiner Heimatgemeinde St. Lorenzen eintreffen wird. 

apa/stol

stol