Mittwoch, 26. Mai 2021

Legionellen im Altersheim: Verfahren eingestellt

Nach einem Legionellen-Verdachtsfall in einem Seniorenheim im Überetsch ist am Dienstag am Bozner Landesgericht das Verfahren für 4 Personen eingestellt worden: Der Nachweis, wonach ein Kausalzusammenhang zwischen dem Tod einer Heimbewohnerin und Legionellen im Wassersystem des Heimes bestanden haben könnte, wurde nicht erbracht.

Nach einem Legionellen-Verdachtsfall in einem Seniorenheim im Überetsch ist am Dienstag am Bozner Landesgericht das  Verfahren für  4 Personen eingestellt worden.
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Nach einem Legionellen-Verdachtsfall in einem Seniorenheim im Überetsch ist am Dienstag am Bozner Landesgericht das Verfahren für 4 Personen eingestellt worden.
Angeklagt waren 2 ärztliche Leiterinnen, der Zuständige für den Arbeitsschutz im Heim sowie der Arbeitgeber bzw. Vertreter der Eigentümer des Heimes. Im Raum stand der Verdacht der fahrlässigen Tötung.

Die Rentnerin war im Februar 2015 gestorben. In der Folge wurden Kontrollen durchgeführt, in deren Zuge laut Anklagesatz festgestellt wurde, dass das Wassersystem der Einrichtung mit dem Erreger „Legionella Pneumophilia“ kontaminiert gewesen sei. Es wurde angenommen, dass sich die Frau aufgrund von Legionellen eine Lungenentzündung zugezogen habe, die dann zum Tod führte.

Die Staatsanwaltschaft beanstandete, dass es unterlassen worden sei, entgegen den Anweisungen des Hygienedienstes die vorgeschriebenen Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Legionellenbefall zu ergreifen bzw. umzusetzen. Die mit einer Legionellen-Kontamination des Wassers zusammenhängende Gefahr sei unterschätzt worden. Laut Anklagesatz seien auch die geeigneten Kontrollmaßnahmen nicht ergriffen worden.

Im Rahmen der Vorverhandlung kam der Krankengeschichte der Heimbewohnerin eine wichtige Rolle zu: Laut einem Befund anhand einer Röntgenaufnahme, die nach der Einlieferung der Frau ins Spital gemacht worden war, konnten zwar die bei einer Pneumonie vorhandenen Lungeninfiltrate nicht ausgeschlossen werden, von einem klaren Nachweis einer Lungenentzündung war aber nicht die Rede. Wie die Verteidiger Martin Fill, Marco Mayr, Carlo Bertacchi und Stefan Thurin ins Feld führten, sei somit kein klinischer, radiologischer und mikrobiologischer Kausalzusammenhang zwischen der Erkrankung bzw. dem Tod der Bewohnerin des Heimes und den Legionellen, die damals im Wassersystem gefunden worden waren, festgestellt worden.

Einen eindeutigen Nachweis für einen Zusammenhang sah dann auch die Staatsanwaltschaft nicht. Sie beantragte gestern die Einstellung des Verfahrens, da sie die Elemente für eine Anklageerhebung als nicht ausreichend einstufte. Vorverhandlungsrichter Peter Michaeler gab dem Antrag statt.

rc