Freitag, 28. August 2015

Libysche Küstenwache meldet rund 200 Tote

Bei der neuen Flüchtlingstragödie im Mittelmeer sind nach Angaben der libyschen Küstenwache mindestens 200 Menschen ums Leben gekommen.

Zahlreiche Leichensäcke türmen sich an der libyschen Küste.
Zahlreiche Leichensäcke türmen sich an der libyschen Küste. - Foto: © LaPresse

Zahlreiche Leichen seien am Morgen an Land gespült und geborgen worden, erklärte ein Sprecher der Küstenwache am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Unter den Opfern seien auch Kinder. Die Küstenwache versuche, die endgültige Zahl der Toten festzustellen.

Vor der Küste der libyschen Stadt Zuwara im Nordwesten des Landes waren nach Medienberichten zuvor zwei Flüchtlingsschiffe gekentert. Der britische Sender BBC zeigte am Freitag in der Früh Fernsehbilder von zahlreichen Leichensäcken. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR meldete, die Küstenwache habe zehn Kilometer vor dem Hafen von Zuwara zwei Rettungseinsätze gestartet.

An Bord der Schiffe seien rund 500 Menschen gewesen. Überlebende wurden demnach an Land gebracht.

Ein Aktivist des Zuwara-Medienzentrums erklärte, 190 Menschen seien gerettet worden. Eine UNHCR-Sprecherin in Libyen sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gebe sehr unterschiedliche Opferzahlen, die zunächst nicht verifiziert werden konnten. Bei den Toten soll es sich vor allem um Afrikaner und Syrer handeln.

Die libyschen Kräfte hatten große Probleme, die Opfer zu retten und die Toten zu bergen. Eine Mitarbeiter des libyschen Roten Halbmonds sagte, man tue alles, um die Flüchtlinge zu retten, habe aber nur wenig Kapazitäten dafür.

apa/dpa

stol