Mittwoch, 22. Mai 2019

Linzer Schüler wollte „Dschihadisten schicken”: 5 Monate bedingte Haft

Ein 14-jähriger Schüler ist am Mittwoch zu 5 Monaten bedingter Haft verurteilt worden, weil er in einer Mittelschule in Linz einer Lehrerin angekündigt hat, er werde „Dschihadisten zum Sprengen schicken” und die Direktorin „abstechen”, sollte diese nicht von einer Anzeige wegen Schulschwänzens absehen. Das Urteil ist rechtskräftig, der Bub muss zudem zur Bewährungshilfe.

Der 14-Jährige drohte zudem seine Direktorin „abzustechen”. - Foto: APA
Der 14-Jährige drohte zudem seine Direktorin „abzustechen”. - Foto: APA

Zu Beginn des Prozesses im Landesgericht Linz bekannte sich der Schüler nicht schuldig. Er habe sich aufgeregt, aber niemanden bedroht. Er habe nur gesagt, wenn ihn die Direktorin anzeige, „komme ich mit meinem Anwalt aus Saudi-Arabien mit Dschihadisten-Bart”, so die Version, die er zunächst auftischte.

Bei den Zeugeneinvernahmen kam aber ans Licht, dass es nicht der erste Zwischenfall gewesen sein dürfte. Nach einer Verhandlungsunterbrechung und einem Gespräch mit seinem Verteidiger entschied sich der Bursche schließlich doch, die Verantwortung zu übernehmen und entschuldigte sich bei der Lehrerin.

Der Richter kam zu dem Schluss, dass der in der Anklage geschilderte Vorfall „keine Einzelsituation, sondern die Spitze eines Eisbergs” gewesen sei. Er ordnete Bewährungshilfe an und verurteilte den 14-Jährigen wegen gefährlicher Drohung und versuchter Nötigung zu fünf Monaten bedingter Haft.

apa

stol