Montag, 06. März 2017

Luftqualität: Weniger Feinstaub, zuviel Stickstoffdioxid

Besser ist sie geworden, die Luftqualität in Südtirol. Dennoch sei man immer noch weit vom Idealzustand entfernt, berichtete man auf einer Pressekonferenz am Montag. Dort wurden die neusten Daten in Sachen Luftqualität vorgestellt.

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Foto: © D

Zu den größten Herausforderungen gehöre nach wie vor, das Stickstoffdioxid (NO2) entlang der Brennerautobahn (A22) und im Bozner Talkessel.

„Der Jahresgrenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter“, erklärte Luca Verdi, der Direktor des Labors für physikalische Chemie. Er wies darauf hin, dass „unmittelbar an der Autobahn 62 Mikrogramm je Kubikmeter gemessen werden, bei Auer in einer Entfernung von 30 Meter 43 Mikorgramm und am Hadrianplatz in Bozen 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.“

Brennerautobahn in den Händen des Staates - Fortschritt gering

Die Landesregierung hatte bereits 2011 ein Programm zur Reduzierung der NO2-Belastung beschlossen und mit den Gemeinden umgesetzt. Zu diesen gehört die Erneuerung des öffentlichen Fuhrparks, die Kontrolle der Stickstoffdioxyd-Emissionen bei Heizanlagen, der Ausbau des Radwegenetzes und die Verkehrsbeschränkungen in den Städten Bozen und Brixen, die Einführung des KlimaHaus-B-Standards 2012 und die Einführung des KlimaHaus-A-Standards 2017 sowie die Nutzung der Abwärme der Müllverbrennungsanlage in Bozen durch den Ausbau des Fernwärmenetzes.

Umsetzungen bei der Brennerautobahn sind hingegen schwierig, hier liegt die Zuständigkeit beim Staat. Es habe zahlreiche Schreiben an die zuständigen Stellen in Rom gegeben, und es wurden auch Maßnahmen vorgeschlagen, wie man die NO2-Belastung durch den Transitverkehr reduzieren könnte, erklärte Landesrat Richard Theiner. Bisher jedoch vergebens.

Hohe Ziele in Sachen Luftqualität

Um nicht untätig abzuwarten, haben die Provinzen Trient und Südtirol gemeinsam mit den Umweltagenturen, der UNI Trient, dem IDM Südtirol (Innovation, Development and Marketing) und der Firma Cisma ein EU-Projekt, das sogenannte BrennerLEC (Lower Emissions Corridor) ins Leben gerufen, das im September 2016 gestartet ist. Ziel des Projektes ist es, die Staus auf der Autobahn zu verringern und gleichzeitig die Luftqualität zu verbessern. „Erreicht werden soll dies durch eine intelligente und dynamische Steuerung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit“, erklärte der Direktor des Amtes für Luft und Lärm, Georg Pichler.

Im Gegensatz zu anderen hoch belasteten Gebieten in Oberitalien seien die Messwerte, die beim Feinstaub in Südtirol gemessen werden, nach wie vor deutlich unter dem Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. „Es ist aber unser Bestreben, nicht nur die europäischen Grenzwerte einzuhalten, sondern auch die niedrigeren Richtwerte der WHO“, so  Theiner. Anders als beim NO2, das größtenteils durch den motorisierten Verkehr entsteht, ist der Feinstaub zu 65 Prozent auf den Hausbrand zurückzuführen. „Wenn also die Öfen und Herde richtig beheizt werden, trägt jeder dazu bei, dass die Belastung durch Feinstaub zurückgeht“, schloss Pichler.

lpa/stol

stol