<a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mordfall-barbara-rauch-beschenkt-beleidigt-mit-sms-bombardiert" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Lukas Oberhauser wird vorgeworfen, am 9. März 2020 Barbara Rauch in deren Vinothek, dem Bordeaux-Keller, ermordet zu haben. Der Tat vorausgegangen war eine Phase, in der Oberhauser Rauch verfolgte.</a><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="702365_image" /></div> <BR />Das Bild, das Psychiater Dr. Ivano Simioni und Hilfsgutachter Marco Samory am Freitag von Lukas Oberhauser zeichneten, ist das eines jungen Mannes, der in der Schule gemobbt wurde, der wenige Freunde hatte, der sich unzulänglich fühlte und dessen zwischenmenschliche Beziehungen – besonders zu Frauen – mit Ängsten belastet waren.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="702368_image" /></div> <BR />In Barbara Rauch vermeinte er einen Menschen gefunden zu haben, dem er sich öffnen konnte. In Oberhausers Gedanken blieb sie stets präsent. Mit den teuren Geschenken, die er ihr und ihrem Freund machte, habe er vor allem einen Zweck verfolgt: Teil ihres Lebens bzw. ihrer Familie zu bleiben. <BR /><BR />Oberhauser sei trotz seiner Obsessionen sehr wohl imstande, sich zu kontrollieren, unterstrich der Gutachter der Staatsanwaltschaft, der Psychologe Michele Piccolin. Auch die Gutachter der Nebenkläger, Dr. Eraldo Mancioppi und Dr. Anna Palleschi, schlossen sich den Amtsgutachtern an.<BR /><BR />Anders die Gutachter der Verteidigung, Dr. Heinz Prast und Psychologe Tommaso Caravelli: Ihnen zufolge würden Stalker förmlich von der Furcht übermannt, verlassen zu werden, sie könnten ihren Willen in diesen emotionalen Stressmomenten nicht regulieren, ihr Realitätsempfinden sei extrem beeinträchtigt. Somit sei Oberhauser nur eingeschränkt willensfähig gewesen.<BR /><BR />Das Schwurgericht befand es nach intensiver Beratung trotz der gegensätzlichen Ergebnisse nicht für zwingend notwendig, ein „Super-Gutachter“ erstellen zu lassen.