Mittwoch, 20. Januar 2016

Mahnungen vom Sanitätsbetrieb: Nach 10 Jahren noch zahlen?

Vielen Bürgern flattern derzeit Einschreiben mit Mahungen vom Südtiroler Sanitätsbetrieb ins Haus. Sie beziehen sich auf Leistungen von vor 10 Jahren. "Dabei sind diese Forderungen verjährt", informiert die Südtiroler Verbraucherzentrale und fordert Aufklärung vom Betrieb. Dieser will die Anschuldigungen nun prüfen.

Für Untersuchungen soll nach 10 Jahren noch bezahlt werden?
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Für Untersuchungen soll nach 10 Jahren noch bezahlt werden? - Foto: © shutterstock

So werden z.B. vermeintlich unbezahlte Rechnungen aus den Jahren 2004 und 2005 eingemahnt – "doch diese Art von Rechnungen verjährt nach 10 Jahren, sofern diese Frist nicht nachweislich unterbrochen wurde", sagt VZS-Geschäftsführer Walther Andreaus.

Einmal Verjährung, einmal Pfändung?

Andere Bürger erhielten Abmahnungen für vermeintlich offene Beträge, auf denen weder die Rechnungs-Nummer, noch deren Datum noch der Name des Betreuten angegeben sind. "Auch die Anrufe beim zuständigen Büro scheinen nach dem Lottoprinzip abzulaufen", so Andreaus.
Einmal würden abgemahnte Rechungen aus 2005 freimütig als verjährt bestätigt, und man brauche sich nicht weiter darum kümmern, beim nächsten Anruf werden Rechnungen aus 2004 als absolut zu zahlen bestätigt, und man brauche gar nicht versuchen, sich zu wehren, das brächte eh nichts, und es würde dann halt gepfändet.

Was ist 10 Jahre lang geschehen?

In der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) kann man ob solcher Vorgehensweise nur den Kopf schütteln: Obschon eine Einforderung der Außenstände wie für jeden Betrieb selbstverständlich sei, so müsse diese jedoch im vorliegenden Fall immer unter Einhaltung der Leitsätze der öffenlichen Verwaltung (Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Wirksamkeit) erfolgen.

Auch dränge sich die Frage auf, was man im Sanitätsbetrieb in den letzten zehn Jahren wohl getan (oder nicht getan hat), da man erst jetzt darauf kommt, die Rechungen aus diesem Zeitraum einzumahnen?

„Wir erwarten uns jedenfalls einen angemessenen, mit den Patientenvertretern vereinbarten Lösungsvorschlag und klare Angaben von Seiten der Verantwortlichen,“ fasst VZS-Geschäftsführer Walther Andreaus zusammen.
Den eigenen Schlendrian auf die Bürger abzuwälzen spräche nicht für die organisatorische Güte eines Betriebs.

STOL hat den Sanitätsbetrieb um eine Stellungnahme gebeten. Man werde sich mit den doch schwerwiegenden Anschuldigungen auseinandersetzen, hieß es vorerst dazu.

stol

stol