Mittwoch, 08. April 2015

Manaslu unbezwingbar: Lunger und Moro ziehen ab

2015 wollten sie ihn unbedingt bezwingen, den 8163 Meter hohen Manaslu. Mitte Februar trafen Simone Moro und Tamara Lunger im Basislager in Nepal ein. Doch seitdem kaum ein Tag ohne Schnee, immer wieder Rückschläge. Am Mittwoch fällten die beiden Extrembergsteiger eine Entscheidung, die ihnen nicht leicht fiel: Sie ziehen endgültig ab.

Simone Moro und Tamara Lunger
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Simone Moro und Tamara Lunger

Bereits im März mussten die beiden Extrembergsteiger eine Niederlage am Manaslu einstecken: Schnee und noch mehr Schnee verhinderte ihre einst geplante Winterexpedition auf den achthöchsten Berg der Welt. Sie wurden ausgeflogen.

Doch aufgeben galt nicht: Moro und Lunger kamen zwischenzeitlich im Tal unter – mit dem Gedanken, im Frühjahr den Manaslu erneut in Angriff nehmen zu wollen. Das Zeitfenster, innerhalb dem die beiden die Expedition wieder wagen konnten, umfasste immerhin 75 Tage.

Umstände nun „vielleicht sogar schlechter“

Daraus wurde nichts: Wie Simone Moro am Mittwoch auf seiner Internetseite mitteilt, haben Tamara Lunger und er das Abenteuer Manaslu abgeschrieben. „Alle, die uns die vergangenen zwei Monate über gefolgt sind, wissen, welche Umstände wir im Februar vorgefunden haben. Die Umstände sind auch jetzt im April nicht anders – vielleicht sogar schlechter“, schreibt Moro.

Und weiter: „Ich denke, Tamara und ich haben dem Wetter und dem Berg alle Zeit der Welt gegeben (…). Doch die Zeit des Wartens hat nichts geändert. Wir haben viel Ausrüstung verloren und haben Stunden und ganze Tage damit verbracht, Schnee zu schaufeln.“

Neue Projekte warten

Zuhause warteten inzwischen andere sportliche Ziele und Pläne, berichtet Moro. „Wenn wir hier bleiben würden, um zu schaufeln und gegen die Natur zu kämpfen, würden das bloß unsere Form und die Lust, etwas zu unternehmen, die derzeit riesig ist, zunichtemachen.“

Den Manaslu lassen Simone Moro und Tamara Lunger nun hinter sich – zumindest für heuer. „Für dieses Jahr bleibt der Manaslu für uns beide ein Traum. Einen Traum, den wir auf später verschoben haben.“

stol/pg

stol