Mittwoch, 04. Oktober 2017

Massenmord in Las Vegas: Täter war akribisch vorbereitet

Nach dem Massenmord in Las Vegas kommen immer mehr Details ans Licht: Der Attentäter hatte laut Polizei Kameras in seinem Hotelzimmer und auf dem Gang davor aufgebaut, sodass er offenbar jeden beobachten konnte, der sich dem Raum näherte.

Aus diesen beiden Fenstern des Hotels Mandalay Bay schoss Stephen Paddock in die Menschenmenge - 59 Personen starben.
Aus diesen beiden Fenstern des Hotels Mandalay Bay schoss Stephen Paddock in die Menschenmenge - 59 Personen starben. - Foto: © LaPresse

Ermittler fanden neben mehreren Geräten im Zimmer von Stephen Paddock auch eine an einem Servierwagen im Hotelgang montierte Kamera.

Laut Sheriff Joseph Lombardo schoss Paddock am Sonntagabend durch die Tür seines Hotelzimmers und traf einen Hotel-Sicherheitsmann ins Bein. Als Elitepolizisten kurze Zeit später das Zimmer stürmten, lag Paddock tot auf dem Fußboden, offenbar hatte er sich selbst erschossen.

Mehrere Medien veröffentlichten inzwischen Fotos aus dem Inneren von Paddocks Zimmer. Darauf zu sehen waren auf Ständer montierte Sturmgewehre mit Zielfernrohr, Magazine mit Munition und ein Tisch, auf dem offenbar eine handgeschriebene Notiz liegt.

Sheriff Lombardo nahm zu dem Inhalt der Bilder keine Stellung. Er bestätigte jedoch, dass der Attentäter mindestens einer seiner halbautomatischen Gewehre mit einem sogenannten Bumb Stock in ein vollautomatisches Maschinengewehr umgebaut hatte – dadurch konnte der 64-Jährige hunderte von Schüssen pro Minute abfeuern.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei Paddock um einen Einzeltäter handelte. Er hatte schon Tage vor dem Blutbad ein Zimmer im 32. Stock des „Mandalay Bay“-Hotels in Las Vegas gemietet, von dem aus er auf die Besucher des Country-Festivals „Route 91 Harvest“ feuerte. Dabei tötete er mindestens 58 Menschen. Sein Motiv ist nach wie vor vollkommen unklar.

apa/afp

stol