Samstag, 12. September 2015

Mehr als 100 Tote bei Kran-Unglück in Mekka

Wenige Tage vor der weltweit größten muslimischen Pilgerfahrt sind bei einem Unglück im saudi-arabischen Mekka mindestens 107 Menschen ums Leben gekommen. Laut einer vorläufigen amtlichen Opferbilanz vom Samstag wurden zudem 238 Menschen verletzt, als am Freitag dem Gebetstag der Muslime ein Baukran auf die Große Moschee der Millionenstadt stürzte.

Das Unglück in Mekka, bei welchem ein Kran in die Große Moschee stürzte, forderte über 100 Tote und mehr als 200 Verletzte.
Das Unglück in Mekka, bei welchem ein Kran in die Große Moschee stürzte, forderte über 100 Tote und mehr als 200 Verletzte. - Foto: © APA/EPA

Ein Sprecher der beiden heiligen Moscheen in Mekka und Medina, Ahmed bin Mohammed al-Mansuri, sagte laut der amtlichen Nachrichtenagentur SPA, der Kran sei bei heftigem Wind und starken Regenfällen umgekippt.

Der betroffene Kran ist einer von mehreren, die derzeit in der Nähe der Großen Moschee stehen. Sie sind Teil eines riesigen Bauprojekts zur Erweiterung des Moscheebereichs um 400.000 Quadratmeter. Dadurch sollen dort gleichzeitig bis zu 2,2 Millionen Menschen Platz finden. Der Gouverneur der Region Mekka, Prinz Chaled al-Faisal, ordnete eine Untersuchung des Unglücks an.

Unglück hätte noch schlimmer ausfallen können 

Laut dem Augenzeugen Abdel Asis Nakur, der am Freitag in der Moschee arbeitete und den Umsturz des Krans beobachtete, hätte das Unglück sogar noch um einiges schlimmer ausgehen können: Eine Brücke in dem Gebäudekomplex habe den Aufprall abgemildert, sonst wären sehr viel mehr Menschen ums Leben gekommen. In einem YouTube-Video waren kurz nach einem lautstarken krachenden Geräusch schreiende und in Panik weglaufende Menschen sowie eine riesige Rauchwolke zu sehen.

 

 

Wie die Nachrichtenagentur SPA meldete, halten sich bereits um die 800.000 Pilger in Saudi-Arabien auf, um der diesjährigen rituellen Reise auf den Spuren des Propheten Mohammed, der sogenannten Hadsch, beizuwohnen. Diese soll Behördenvertretern zufolge trotz des Unglücks wie geplant stattfinden. Der beschädigte Gebäudeteil der Moschee werde voraussichtlich in wenigen Tagen repariert sein.

Aktivisten riefen unterdessen über den Internet-Mitteilungsdienst Twitter zu Blutspenden auf. Der Mitgründer der Stiftung zur Erforschung des islamischen Erbes mit Sitz in Mekka, Irfan al-Alawi, warf den saudi-arabischen Behörden Fahrlässigkeit vor. „Sie kümmern sich weder um das Erbe, noch um Gesundheit und Sicherheit“, sagte er.

Modi und Cameron drücken Mitgefühl aus 

Der indische Regierungschef Narendra Modi, dessen Land dutzende Millionen Muslime zählt, drückte den Angehörigen der Opfer über Twitter sein Mitgefühl aus und wünschte den Verletzten rasche Genesung. Ähnlich äußerte sich der britische Premierminister Cameron.

apa/afp

stol