Die Luftqualität in Südtirol wird ständig überwacht. Besonders die Feinstaubwerte haben Luca Verdi und seine Kollegen im Blick: „Feinstaub ist die Gesamtheit verschiedener Stoffe, eine Masse von kleinen, feinen, lungendurchgängigen Teilchen, die in der Luft schweben“, erklärt er. Je kleiner, desto gefährlicher für die Gesundheit: Kleinste Teilchen – Metalle, Staub oder anderes – können tief in die Lunge vordringen und krebserregend wirken. Verdi erklärt: „Einige dieser Stoffe können sehr toxisch sein, andere sind mehr oder weniger schadlos.“ <BR /><BR />Die Gesamtbelastung in der Luft wird deshalb in Echtzeit überwacht. „Wir machen auch tiefergehende chemische Analysen, aber deren Ergebnisse liegen erst in den nächsten Monaten vor“, sagt er. Bis jetzt könne man sagen: „Derzeit gibt es keinen Anlass Alarm zu schlagen.“<h3> Inversionswetterlagen und windige Tage</h3>Das illustriert er anhand der Daten, die die Mitarbeiter des Landes an den verschiedenen Messstationen gesammelt haben: Der Vergleich der Daten des heurigen Jahres zeigt keine besonderen Auffälligkeiten. „Die Werte gehen auf und ab, das ist recht normal. Bei stabilem Winter mit starker Inversionslage – wie man sieht, war das nicht oft der Fall – bleiben die Daten über längere Zeit konstant. Das sieht man in der Grafik an kürzeren oder längeren Plateaus.“ Deutliche Ausschläge nach unten deuteten darauf hin, dass Wind den Feinstaub weggeblasen habe.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="846056_image" /></div> <BR /><BR />„Die Luftsituation in den 3 Wintermonaten ab November von 2020 bis heuer kann man nicht deutlich unterscheiden“, sagt Verdi: „Allerdings: Seit dem 18. November sehen wir tatsächlich eine Zunahme der Feinstaubwerte.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-57509821_quote" /><BR /><BR />Ist heuer eingetreten, <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/wenn-der-kamin-raucht-vorbeugung-gerade-heuer-wichtig" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">was manche befürchtet haben?</a> Haben die Südtiroler verstärkt mit Holz geheizt? Haben sie ihre Öfen falsch beheizt oder womöglich verbrannt, was nicht in den Ofen gehört? „Mag sein, aber aus den Luftqualitätsdaten ist das nicht zu erkennen“, sagt Luca Verdi. Die Situation sei nicht schlimmer als in anderen Jahren. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="846059_image" /></div> <BR /><BR />„Wenn man nicht nur die Fieberkurve betrachtet, sondern die Daten im Detail, erkennt man: Die Feinstaub-Mittelwerte sind heuer sogar ein bisschen besser als in den beiden Vorjahren. 2020 waren es 23,8 Mikrogramm pro Kubikmeter, 2021 waren es 20,3 und heuer bisher nur 19,9.“<h3> 2022: Etwas wärmer als die Vorjahre</h3>Auch der Faktor Temperatur sei zu berücksichtigen: „Die Mittelwerte der Temperatur in 50 Tagen waren heuer etwas höher als in den Vorjahren: Höhere Temperaturen bringen eine bessere Durchmischung der Luftschichten mit sich. Es ist deshalb plausibel, dass die Feinstaubwerte am Boden niedriger sind. Parallel dazu könnte es auch sein, dass die Leute ein bisschen weniger heizen.“ Dies zu quantifizieren sei aber nicht so leicht. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="846062_image" /></div> <BR /><BR />Was man nicht vergessen dürfe: „Unbedingt zu beachten ist richtig zu heizen: Trockenes Holz, gute Luftzufuhr, Anheizen von oben und Wartung der Kamine. Vielleicht haben die Leute heuer auch das 100-Fache geheizt, aber 1000-mal besser.“ Aus den Daten der Luftqualität könne man das nicht ableiten. „Die Luftwerte sind jedenfalls nicht schlechter geworden.“<BR /><BR /><i>Im Video: So erkennen Sie, ob Ihr Brennholz schon richtig trocken ist.</i><BR /><BR /> <video-jw video-id="mEZwXGMT"></video-jw> <BR /><BR />