Montag, 30. Mai 2016

Mehrere Schlepper in Italien festgenommen

Zwei mutmaßliche Schlepper sind am Montag im süditalienischen Reggio Calabria festgenommen worden. Sie werden für ein Schiffsunglück vor Libyen verantwortlich gemacht, bei dem in der vergangenen Woche mindestens 45 Menschen, darunter drei Kinder, ums Leben gekommen sind.

Die zwei Männer waren am Sonntag mit anderen Überlebenden in Reggio Calabria eingetroffen.

In einem separaten Fall wurden am Montag zwei Männer aus dem Senegal in Palermo festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, 600 Menschen an Bord eines Schiffes nach Italien gebracht zu haben. Dabei sollen sie zahlreiche Flüchtlinge geschlagen und mehrere Frauen vergewaltigt haben.

Auch am Montag trafen erneut Flüchtlinge in Italien ein. An Bord eines irischen Marineschiffes wurden 346 Menschen in den Hafen von Brindisi in Apulien gebracht. Unter ihnen befand sich auch die Leiche eines noch nicht identifizierten Flüchtlings.

„Marshall-Plan“ für Afrika

Die Präsidentin der italienischen Abgeordnetenkammer, Laura Boldrini, drängte die Europäische Union unterdessen zu einem groß angelegten „Marshall-Plan“ für Afrika. Nur so könne man die Flüchtlingszuwanderung in Richtung Europa stoppen, betonte die Politikerin.

„Wenn wir Europäer nicht in die Stabilität der nordafrikanischer Länder investieren, werden sie uns destabilisieren. Das ist eine besonders schwierige und kritische Situation für den nördlichen und südlichen Mittelmeerraum. Diese Phase erfordert Zusammenhalt und Solidarität“, appellierte Boldrini an europäische Politiker.

An der italienische-französischen Grenze in Ventimiglia mussten am Montag hunderte Flüchtlinge ein improvisiertes Camp verlassen, das sie in Meeresnähe errichtet hatten. Der Bürgermeister hatte die Räumung angeordnet und mit schlechten hygienischen Bedingungen sowie der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit argumentiert.

apa

stol