Donnerstag, 21. Januar 2016

Menschen mit Behinderung durch Arbeit integriert

1700 Menschen mit Behinderungen konnten in den vergangenen zehn Jahren durch gezielte Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt vermittelt werden. Am Donnerstag haben Arbeits- und Soziallandesrätin Martha Stocker, der Direktor der Landesabteilung Arbeit Helmuth Sinn und der Direktor des Arbeitsservice Georg Ambach Bilanz über die Arbeitseingliederungsprojekte gezogen.

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Foto: © STOL

"Arbeit bedeutet Wertschätzung, stärkt das Selbstwertgefühl und strukturiert unser Leben", führte Arbeitslandesrätin Stocker bei der Medienkonferenz in das Thema ein. Deshalb sei Arbeit eines der großen Anliegen im neuen Landesgesetz zur Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen, das im Juli 2015 verabschiedet worden war und an dessen Durchführungsbestimmungen derzeit intensiv gearbeitet werde.

"In den vergangenen zehn Jahren ist es gelungen, durchschnittlich 170 Menschen mit Behinderung jährlich durch eine gezielte Arbeitsvermittlung einzustellen, im vergangenen Jahr 2015 waren es sogar 240", so Stocker.

"Dabei geht es uns um eine gezielte Vermittlung, nicht um eine Zuweisung", hob Abteilungsdirektor Helmuth Sinn hervor. "Mit der richtigen Person am richtigen Platz können wir beständigere Arbeitsverhältnisse erreichen." Anrecht auf Arbeitsvermittlung haben Zivilinvaliden mit physischer, psychischer, sensorieller oder geistiger Behinderung von mehr als 45 Prozent, Arbeitsinvaliden mit einer Invalidität von über 33 Prozent, Kriegs-, Zivilkriegs- und Dienstinvaliden sowie blinde und hörgeschädigte Menschen.

Landesverwaltung hat 40 Stellen geschaffen 

Insgesamt sind in Südtirol 1310 Unternehmen der Privatwirtschaft sowie 103 öffentliche Körperschaften dazu verpflichtet, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. Allerdings sind in der Privatwirtschaft noch etwa 2500 Stellen und in der öffentlichen Verwaltung noch 580 Stellen unbesetzt.  

Ende des Jahres 2015 waren insgesamt 776 Menschen mit Behinderung in die Listen der Arbeitsvermittlungszentren eingetragen. Ein großes Hindernis bei der Anstellung seien vielfach die Qualifikationen und Anforderungsprofile, welche von den betroffenen Menschen nicht immer eingehalten werden können, erklärten Landesrätin Stocker und Abteilungsdirektor Sinn.

So ist etwa in der öffentlichen Verwaltung die Zweisprachigkeit verpflichtend. "Die Landesverwaltung wird jedoch ihren Beitrag zur Arbeitseingliederung leisten und hat 40 neue Stellen für Menschen mit Behinderung vorgesehen", unterstrich Landesrätin Stocker.

lpa/stol

stol