Mittwoch, 03. Juni 2020

Messungen im Schein der Laternen

Ein Shuttle-Bus, der an der Bushaltestelle hält, ein Pkw, der in unterschiedliche Positionen gestellt wird, die Fahrbahn nur von den Straßenlaternen beleuchtet: Bis 3.30 Uhr in der Früh dauerte in der Nacht auf Dienstag der Lokalaugenschein an der Unfallstelle in Luttach. Das berichten die „Dolomiten“ am Mittwoch.

Der Unfallwagen am vergangenen 5. Jänner.
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Der Unfallwagen am vergangenen 5. Jänner.
Wie berichtet, war der Lokalaugenschein im Zuge des Beweissicherungsverfahrens angesetzt, das U-Richter Emilio Schönsberg eingeleitet hat, um den Unfallhergang von Luttach zu klären.

Am heurigen 5. Jänner hatte ein Pkw des Typs Audi TT, der von Stefan Lechner (27) gesteuert wurde, eine Gruppe von Urlaubern erfasst, die kurz vorher aus einen Shuttle-Bus gestiegen waren. 7 Personen verloren ihr Leben, 10 wurden teils schwer verletzt.

Während Lechner im Kloster Neustift weiter unter Hausarrest steht, haben sich die Gutachter in der Nacht auf Dienstag ein Bild vom Unfallort gemacht – und zwar gegen 0.30 Uhr, etwa zur selben Uhrzeit, als sich damals der Unfall ereignet hatte. Carabinieribeamte sperrten das betreffende Straßenteilstück ab, während ein Shuttle-Bus an der Haltestelle abgestellt wurde.

Ein Pkw, der Lechners Audi darstellen sollte, hielt auf der Fahrbahn in verschiedenen Positionen. Den Sachverständigen ging es vornehmlich darum, zu prüfen, was bzw. wie viel von der Fahrbahn der Lenker im Licht der Straßenlaternen effektiv sehen konnte, und von welchem Standort aus.

Wie berichtet, waren die Urlauber vom Bus aus über die Straße gegangen, auf dem Weg zur Brücke, über die sie zu ihrem Urlaubsquartier gelangen wollten.

Zu klären ist, ob alle auf dem Zebrastreifen überquert haben, ob sie am Straßenrand weitergegangen sind und ob sie nebeneinander oder hintereinander unterwegs waren – und wie sichtbar sie für ein herannahendes Fahrzeug gewesen sein können.

Einem Parteiengutachten zufolge gingen die jungen Leute jedenfalls im Gänsemarsch außerhalb der Fahrbahn. Der Lokalaugenschein der Gutachter dauerte knappe 3 Stunden.

Die vor Ort gesammelten Daten werden nun ausgewertet. Das Amtsgutachten dürfte dem Richter frühestens Ende Juni vorgelegt werden.

rc

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