Samstag, 17. Dezember 2016

Missbrauchsskandal in Spanien: Ex-Zehnkampfstar belastet Trainer

Der Silbermedaillen-Gewinner im Zehnkampf der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona, Antonio Penalver, hat eingeräumt, als Jugendsportler von einem Trainer sexuell missbraucht worden zu sein. Er habe jetzt bei der Polizei gegen seinen ehemaligen Coach Miguel Angel Millan ausgesagt, erklärte Penalver in einem Interview der Zeitung „El Pais“ (Samstag-Ausgabe).

Symbolbild
Symbolbild - Foto: © shutterstock

Der heute 66-jährige Millan war am Montag nach einer Anzeige eines 19-jährigen ehemaligen Schützlings, der ebenfalls sexuell missbraucht worden sein soll, auf Teneriffa festgenommen worden. Die zuständige Richterin, die dem jungen Mann zunächst nicht geglaubt habe, habe ihn um eine Aussage zu Millan gebeten, sagte Penalver.

Der heute 48-jährige Olympia-Zweite erklärte, er sei 1982 als 14-Jähriger missbraucht worden. Zu seiner Aussage bei der Polizei sagte er „El Pais“: „Das ist Mindeste, was ich tun konnte. Ich durfte nicht zulassen, dass der Anzeigensteller als Lügner dasteht.“

Millans Anwalt versichert Unschuld

Millan war bis November Sieben- und Zehnkampftrainer des spanischen Verbandes. Nach Angaben der Tageszeitung „El Pais“ wurde er bei Bekanntwerden des Skandals beurlaubt. Inzwischen hätten mindestens drei weitere ehemalige Schützlinge Anzeige gegen den Mann erstattet.

Die spanische Nachrichtenagentur EFE berichtete am Samstag, Millan habe im Polizeiverhör von seinem Recht auf Nichtaussage Gebrauch gemacht. Sein Anwalt versicherte, sein Mandant sei unschuldig.

apa/dpa

stol