Aufgeflogen war der Fall im Februar 2019 im Zuge von Ermittlungen der Bozner Finanzpolizei. Diese hatte bei Kontrollen festgestellt, dass 14 Mitarbeiter eines Restaurants in Bozen Süd unter prekärsten Bedingungen arbeiten mussten.<h3> 12 Stunden arbeiten, ohne Pausen und ohne Ruhetag</h3> Die Männer aus Pakistan, die im Running Sushi-Lokal als Kellner, Küchenhilfe und Tellerwäscher arbeiteten, mussten laut Ermittlungen täglich 10 bis 12 Stunden arbeiten – ohne Ruhetag und teilweise sogar ohne Pausen. Laut Vertrag war eine 40-Stunden-Woche vorgesehen. Tatsächlich im Lokal waren die Angestellten dann aber im Schnitt 70 Stunden.<h3> Abzüge vom Lohn</h3> Auch beim Lohn sollen die Angestellten der 3 Chinesen, Z. H. (31), L. H. (40) und W. S. (30), alles andere als großzügig gewesen sein. So sollen die Chefs ihren Mitarbeitern 150 Euro für Kost und 200 Euro für Logis vom Lohn einbehalten haben. Die Abzüge gab es sogar dann, wenn eine Unterkunft gar nicht benötigt wurde. <BR /><BR />Selbst für Krankenstände oder Urlaube mussten sich die Angestellten laut Ermittlungen der Finanzpolizei regelrecht freikaufen.<h3> Löhne und Schadenersatz</h3>Nach Abschluss der Ermittlungen erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die 3 Chinesen. Sie mussten sich schließlich am Bozner Landesgericht wegen Ausbeutung, Erpressung und Sklaverei in einem Hauptverfahren verantworten. <BR /><BR />In der Zwischenzeit hat ein gerichtlich eingesetzter Geschäftsführer die Versäumnisse der chinesischen Chefs aufgeräumt. Allen 14 Mitarbeitern wurden die ausstehenden Löhne ebenso ausbezahlt wie eine hohe Summe an Schadenersatz.<BR /><BR />Zumal die Staatsanwaltschaft die Anklage auf Nötigung herabgestuft hatte, war somit der Weg für einen gerichtlichen Vergleich über je 3 Jahre Haft frei. Diesem hat der Richtersenat (Vorsitz Carlo Busato) nun abgesegnet.<BR />