Samstag, 10. Dezember 2016

Mordfall Huber: Autopsie durchgeführt - Affekthandlung?

Am Freitag ist die Autopsie im Mordfall Huber durchgeführt worden. Vieles deutet laut dem Pathologen auf eine Affekthandlung hin. Derweil bleibt die Ex-Frau bei ihrer Version der Tat.

Mord in Niederrasen. Wer hat Kurt Huber (kleines Bild) getötet?
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Mord in Niederrasen. Wer hat Kurt Huber (kleines Bild) getötet? - Foto: © D

Die Gerichtsmediziner Federica Bortolotti (Uni Verona) und Guido Mazzoleni haben die Autopsie im Auftrag von Staatsanwalt Igor Secco durchgeführt. Die Verteidigung hat Pathologe Eduard Egarter Vigl zum Gutachter berufen.

Der Tatverdächtigen Dzenana Mangafic (56) zufolge sei ihr Ex-Mann am Sonntagnachmittag schon tot gewesen, als sie ihn gefunden habe. Laut Leichenbeschau am Tatort soll Huber mindestens 6 Stunden vor Untersuchung seines Leichnames gestorben sein – möglicherweise gegen 5 Uhr Früh.

Genaueres werde sich laut Einschätzung von Pathologe Egarter Vigl mit wissenschaftlichen Methoden nicht mehr feststellen lassen – aufgrund des zeitlichen Abstandes zwischen Todeszeitpunkt und Autopsie.

Die Gutachter der Anklage gehen hingegen aufgrund bestimmter Indikatoren bei der Untersuchung entnommener Körperflüssigkeiten davon aus, den Todeszeitpunkt ziemlich genau eingrenzen zu können.

Tatwaffe noch nicht gefunden

Kurt Huber wurde 8 Mal in den Bauchbereich gestochen, mit einem spitz zulaufenden Messer mit einschneidiger Klinge, die rund 3 bis 3,5 Zentimeter breit war. Gefunden wurde die Tatwaffe bisher nicht.

Für Pathologe Egarter deutet die Art der Verletzungen und der Körperbereich, in dem sie sich befinden, eher auf eine entladene Aggression bzw. eine Affekthandlung hin als auf den Plan bzw. die Absicht, zu töten. Die Gutachter des Staatsanwaltes sehen dies anders; ihre Expertise soll in spätestens 60 Tagen vorliegen.

stol/rc

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stol