Dienstag, 22. Januar 2019

Mordfall Riffeser: War Beutel zurechnungsfähig?

War Johannes Beutel zurechnungsfähig, als er laut Anklage am 24. September des Vorjahres in einer Wohnung am Huber Hof in Gratsch bei Meran seine Frau Alexandra Riffeser (34) mit einem Butterflymesser getötet hat? Diese Frage müssen die insgesamt 8 Gutachter von Anklage, Verteidigung, Gericht und Nebenklägern klären. Vergangenen Freitag ist der 38-Jährige dazu ein erstes Mal angehört worden.

Alexandra Riffeser wurde am 24. September 2018 ermordet, ihr Ehemann Johannes Beutel steht unter Mordverdacht. - Foto: Facebook
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Alexandra Riffeser wurde am 24. September 2018 ermordet, ihr Ehemann Johannes Beutel steht unter Mordverdacht. - Foto: Facebook

Es sei nur ein erstes Gespräch gewesen, aus dem sich absolut noch keine Schlüsse ziehen ließen, sagt Rechtsanwalt Alessandro Tonon, der zusammen mit seinem Kollegen Marco Ferretti Johannes Beutel verteidigt. Es wird noch weiterer Gespräche bedürfen, ehe die Gutachter von Anklage, Verteidigung, Gericht und Nebenklage ihre Expertisen zu Johannes Beutel abgeben werden. Sie sollen herausfinden, ob der 38-Jährige zum Zeitpunkt der Tat einsichts- und willensfähig gewesen ist.

Wie berichtet, will sich Beutel nur mehr daran erinnern, im Zuge eines heftigen Streites Alexandra Riffeser einen Stich in die Magengegend versetzt zu haben. Daraufhin habe er seine Frau ins Krankenhaus bringen wollen. Was genau dann passiert ist, daran soll Johannes Beutel sich aber nicht mehr erinnern. Laut Ergebnis der Autopsie soll mit einem Butterflymesser weitere 42 Mal auf die Frau eingestochen worden sein.

90 Tage, um Gutachten zu erstellen

90 Tage haben die Gutachter nun Zeit, im Zuge eines Beweissicherungsverfahrens ihre Expertisen über Beutels Zustand zu erstellen. Dieser soll bereits vor der Tat instabil gewesen sein, Beutel soll auch Medikamente eingenommen haben. Entsprechend soll geklärt werden, wie sein Zustand zum Tatzeitpunkt selbst gewesen ist. Geklärt werden soll auch, ob der 38-Jährige überhaupt prozessfähig ist, bzw. ob von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht.

Die Staatsanwaltschaft hatte die forensischen Psychiaterinnen Isabella Merzagora und Anna Palleschi berufen, die Verteidigung den Psychiater Luciano Magotti und einen weiteren Experten. Richter Peter Michaeler hingegen hatte den Südtiroler Neurologen und Psychiater Heinz Prast zum Amtssachverständigen ernannt, der den Psychologen Tommaso Caravelli aus Forlì und den Neuropsychologen Stefano Zago aus Mailand hinzuzieht. Für die Nebenkläger, die Hinterbliebenen des Opfers, die von Rechtsanwalt Federico Fava vertreten werden, nehmen der Vorarlberger Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller und der forensische Psychologe Michele Piccolin am Beweissicherungsverfahren teil.

Am Ende der 3-Monats-Frist sollten dem Gericht dann 4 Gutachten vorliegen, die bestenfalls zum selben Schluss kommen.

D/em

stol