Montag, 11. Januar 2016

Mordverdacht: Obdachloser von 21-Jährigem totgeprügelt?

Der 50-jährige Tscheche, der am Sonntagnachmittag in der Schlernstraße in Bozen tot aufgefunden wurde, ist wohl gewaltsam zu Tode gekommen. Nach der Autopsie am Montag hat Staatsanwalt Igor Secco eine Akte wegen Mordverdacht eröffnet. Ins Visier der Ermittler ist ein 21-jähriger Pole geraten.

Der Obdachlose (50) starb nach einer Auseinandersetzung an inneren Verletzungen. Eine Kerze erinnert an ihn. - Foto: fin
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Der Obdachlose (50) starb nach einer Auseinandersetzung an inneren Verletzungen. Eine Kerze erinnert an ihn. - Foto: fin

Der Obdachlose Jaroslav Kohl aus Tschechien wurde am Sonntag kurz nach 13 Uhr von aufmerksamen Passanten in der Bozner Schlernstraße hinter dem Waltherhaus tot unter seinen Decken aufgefunden (STOL hat berichtet)

Da der 50-Jährige Verletzungen aufwies, von denen unklar war, woher sie stammen und wie alt sie sind, wurde eine Autopsie des Leichnams angeordnet.

Im Schlaf verblutet

Am Montagnachmittag stellte sich heraus: Der Mann war an den Verletzungen im Kopf- und Brustbereich gestorben. Da der Mann keine offenen Wunden aufwies, könnten die Verletzungen von Tritten oder Schlägen stammen. Damit wird ein handfester Streit vermutet, in den der Obdachlose verwickelt war. 

An den Verletzungen gestorben - sprich innerlich verblutet - war der Mann später im Schlaf an seiner Liegestelle. 

Pole im Verdacht

Staatsanwalt Igor Secco hat am Montagnachmittag aufgrund der Erkenntnisse eine Ermittlungsakte wegen des Verdachts auf Mord gegen Unbekannt eröffnet.
Bei Vernehmungen von Obdachlosen, die sich in Kohls Nähe aufgehalten haben, ist auch ein 21-jähriger Pole. Dieser streitet ab, mit Kohl gestritten zu haben, wird aber von anderen belastet. 

stol/ih/rc/ker

stol