Sonntag, 22. Januar 2017

Mühlbacher schafft es in die „Bild“

Am 19. Dezember ist Anis Amris mit einem Lkw in den Berliner Weihnachtsmarkt gerast und hat 12 Menschen getötet. Unter den Toten befanden sich die Eltern der 22-jährigen Studentin Valerija, die seitdem um ihre Existenz kämpft. Horst Nössing aus Mühlbach wurde auf das Schicksal der jungen Frau aufmerksam und lud sie nach Mühlbach ein, wie das Tagblatt „Dolomiten“ in seiner Wochenendausgabe berichtet.

Horst Nössing aus Mühlbach wurde auf das Schicksal der jungen Frau aufmerksam. Die "Bild" berichtete darüber. Foto: "Bild.de"/Screenshot
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Horst Nössing aus Mühlbach wurde auf das Schicksal der jungen Frau aufmerksam. Die "Bild" berichtete darüber. Foto: "Bild.de"/Screenshot

Weihnachtsstimmung liegt in der Luft, Menschen stehen in geselliger Runde beisammen - und dann, dann hält Berlin plötzlich den Atem an. Ein Lkw rast in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche und tötet 12 Menschen. Und damit die scheinbar gesicherte Zukunft vieler Angehöriger.

Valeriya verliert beide Eltern

Valeriya, eine 22-jährige Studentin aus Berlin, verlor bei dem Lkw-Anschlag ihre Eltern. Seitdem kämpft die junge Frau, die noch zuhause wohnte und Taschengeld bezog, um ihre finanzielle Existenz und ihre berufliche Zukunft.

Horst Nössing erfährt vom tragischen Schicksal

Die „Bild“-Zeitung berichtete in einer Serie von den finanziellen Sorgen der Studentin, darüber, wie die Behörden erst abklären mussten, wer für die Opfer des Terroranschlags zuständig ist, und davon, dass sich Valeriya für die Bezahlung der Beerdigung ihrer Eltern an die Verkehrsopferhilfe gewandt hatte. Dort wurde der Tod ihrer Eltern als „Kfz-Haftpflichtschaden vom 19.12.2016“ bearbeitet.

Die Serie in der mit 12,3 Millionen Lesern auflagenstärksten Zeitung Deutschlands blieb auch in Mühlbach nicht ungelesen. Horst Nössing vom Gasthof „Weiße Lilie“ las vom Schicksal der Frau, das ihn berührte.

Hotelier lädt Studentin ein

Nössing fiel in Vergangenheit mehrmals durch Spendenaktionen auf, die er spontan über die sozialen Netzwerke lancierte - etwa für die hinterbliebene Familie eines Unfallopfers oder für eine junge Familie, deren Vater plötzlich einen Herztod starb.

„Wenn ich helfen kann, wenn jemand Hilfe braucht, helfe ich gerne“, sagt Nössing, der glaubt, dass diese Hilfsbereitschaft „immer wieder zurück kommt“.

Für die junge Studentin aus Berlin, für welche die „Bild“-Zeitung ein Spendenkonto eingerichtet hat, wollte Nössing nicht Geld spenden. Er überbrachte eine Einladung. In einer E-Mail teilte er der „Bild“-Redaktion am Donnerstag mit: „Ich führe ein kleines familiäres Hotel in Mühlbach in Südtirol. Ich möchte Valeriya und ihren Freund einladen, sich eine Woche bei uns zu erholen.“

 „Bild“-Chefreporter Harbusch klopft an

Was dann passierte, übertraf Nössings Vorstellungen. „Noch am selben Tag rief ein Nikolaus Harbusch an und teilte mit, dass er die Einladung weiterleiten werde. Auch sollte ich ihm Fotos schicken“, erzählt Nössing. Dass Harbusch Chefreporter bei der „Bild“ ist, erfuhr Nössing erst bei Recherchen im Internet.

Am Freitag lachte Nössing bereits aus der „Bild“-Zeitung - mit großer Resonanz. „Stammgäste aus Deutschland haben mir geschrieben“, erzählt Nössing. Anrufe und Mitteilungen über soziale Netzwerke gingen ein, in denen gratuliert wurde, dass es Mühlbach nun sogar in die „Bild“-Zeitung geschafft habe.

„Sie kann kommen, wann sie will“

Auf die Frage, ob die junge Frau nach Mühlbach kommen werde, meint Nössing: „Ich denke schon, dass sie sich meldet“. Nössing geht davon aus, dass dies nicht in den nächsten Wochen passieren wird, da die junge Frau das Vorgefallene erst verarbeiten   wird müssen, und ergänzt: „Sie kann kommen, wann sie will“.

D/ive

stol