Freitag, 01. Juli 2016

Mutmaßlicher Drogenring zerschlagen: 19 Personen in Haft

In einer gemeinsamen Ermittlungsaktion haben Polizei und Carabinieri einen mutmaßlichen Drogenring ausgehoben. 19 Personen sitzen nun in Haft.

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Die Ermittlungen starteten im Winter 2015, als wiederholt Joints bei Jugendlichen gefunden und daraufhin beschlagnahmt worden waren. Besonders häufig wurden die Beamten in den Gemeinden  Leifers und Bozen fündig. Laut der Bozner Quästur gab es starke Hinweise darauf, dass sich der Drogenkonsum immer weiter verbreite. Die Staatspolizei von Bozen und die Carabinieri von Neumarkt begannen deshalb mit ihren Ermittlungen, die von Staatsanwältin Luisa Mosna geleitet wurden.

Diese endeten nun mit 10 Haftbefehle und 18 Wohnungs- und Personenkontrollen. Insgesamt wurden, so heißt es in einer Aussendung, die die Bozner Quästur am Freitag an die Medien sendete, 19 Personen verhaftet, 12 weitere wurden angezeigt, 32 mutmaßliche Drogenkonsumenten gemeldet. Zudem wurde die stattliche Summe von 22.000 Euro beschlagnahmt. Das Geld soll aus dem Drogenhandel stammen.

Heroin, Kokain, Opium und Haschisch sichergestellt

Wie der Fahndungsleiter der Polizei, Giuseppe Tricarico, und der Kommandant der Carabinieri Neumarkt, Major Renzo Tovazzi, auf der Pressekonferenz erklärten, wurden insgesamt 1,1 Kilo Heroin, 64 Gramm Kokain, 19 Gramm Haschisch und 32 Gramm Opium sichergestellt.

Benannt wurde die Anti-Drogen-Aktion („Franco“) nach einem Tunesier, bei dem alle Fäden zusammengelaufen sein sollen. Er soll die Drogen aus Süditalien bezogen und sie dann hier in Südtirol  weitergegeben haben. 

„Franco“ hat sich, nachdem  die Fahnder in einer Garage in Bozen eine größere Drogenmenge gefunden hatten, die er dort verwahrt haben soll, abgesetzt – wahrscheinlich in sein Heimatland.  Die Garage gehört übrigens einem Bozner, er wurde auf freiem Fuße angezeigt.

Heroin wieder auf dem Vormarsch

Durch die Ermittlungen ist den Fahndern zufolge ein neuer Trend beim Drogenkonsum  ans Tageslicht gekommen. Während in den vergangenen Jahren Heroin zunehmend vom Kokain vom Markt gedrängt worden war, ist nun ersteres Rauschgift wieder „in“. Allerdings wird das Heroin nicht gespritzt, sondern inhaliert. Da es einen geringeren Wirkstoff enthält, unterschätzten vor allem jüngere Konsumenten die Gefahr der Droge, warnten die Ermittler.   

Anfang nächster Woche werden die Tatverdächtigen dem Haftrichter vorgeführt.  

stol/rc

stol