Montag, 11. Januar 2016

Nach Rekord-Sommer: Tigermücke kaum aufzuhalten

Die Analyse der Untersuchungsergebnisse zur Tigermücke des vergangenen Jahres durch das Biologische Labor der Landesumweltagentur lässt aufhorchen: Die Anzahl der nachgewiesenen Eier erreichte im Sommer 2015 noch nie da gewesene Werte.

Die Tigermücke - Foto: Amt für Hygiene und Öffentliche Gesundheit
Badge Local
Die Tigermücke - Foto: Amt für Hygiene und Öffentliche Gesundheit

Die Untersuchungsergebnisse des Biologischen Labors der Landesagentur für Umwelt verdeutlichen, was Fachleute seit Jahren prognostizieren: Der Vormarsch der Tigermücke ist kaum aufzuhalten.

Die hohe Anpassungsfähigkeit dieser invasiven Mückenart erleichtert ihr die Besiedelung immer neuer Gebiete. "Die Tigermücke hat sich mittlerweile in Südtirol eingebürgert", bestätigt Alberta Stenico, Direktorin des Biologischen Labors der Umweltagentur.

"Wir müssen dieses Phänomen und die damit verknüpften Probleme im Auge behalten. Globaliserung und Fernreisen begünstigen die Einschleppung von Arboviren. Mit der Tigermücke haben wir nun einen potenziellen Überträger von Viruserkrankungen vor Ort."

Das Risiko einer möglichen Virusübertragung steigt mit Zunahme der Tigermückenpopulation, und im vergangenen Sommer ist diese beachtlich angestiegen. "Die durchschnittliche, in den Fallen festgestellte Eier-Anzahl hat sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, im Vergleich zu den ersten Erhebungen von 2013 sogar vervierfacht", heißt es aus dem Biologischen Labor.

Jetzt schon vorsorgen

Wegen ihres aggressiven Stechverhaltens wurde sie nicht nur in den Städten Leifers, Bozen und Meran zum Problem, auch in kleineren Siedlungsräumen traf man auf die Tigermücke.

Sobald im Herbst die Temperaturen absinken und die Tage kürzer werden, legt die Tigermücke kälteresistente Eier ab. Sobald im Frühjahr die Temperaturen wieder ansteigen, schlüpfen erste Larven. "Die Herausforderung des neuen Jahres wird es daher sein, die biologischen Abläufe möglichst früh, also bereits ab dem Frühjahr, einzuschränken", betont Amtdirektorin Alberta Stenico.

Dafür sind Maßnahmen der öffentlichen Hand (Information, Larvizidbehandlung der Gullys im öffentlichen Bereich), aber auch die Mithilfe und Zusammenarbeit der Bürger gefragt (Vermeidung von kleinen Wasseransammlungen im Freien, Larvizidbehandlung falls Vorsorge nicht möglich). 

stol