Donnerstag, 10. März 2016

Nach „Vatileaks“: Papst macht Heiligsprechungsverfahren transparenter

Nach den Enthüllungen in der sogenannten „Vatileaks 2“-Affäre will Papst Franziskus Selig- und Heiligsprechungsverfahren transparenter und kostengünstiger gestalten.

Papst Franziskus
Papst Franziskus - Foto: © LaPresse

Der Vatikan veröffentlichte am Donnerstag entsprechende Vorgaben, die die 1983 von Johannes Paul II. eingeführten Normen ersetzen sollen. Die neuen Vorschriften seien zunächst probehalber für drei Jahre gültig, hieß es.

So soll etwa für jeden Anwärter eine eigene Buchführung eingerichtet werden. Zudem sollen die Ausgaben durch detaillierte jährliche Bilanzen festgehalten und überprüft werden.

Teure Verfahren

Verfahren zu Selig- und Heiligsprechungen sind teuer. Unter anderem müssen wissenschaftliche Untersuchungen zur Anerkennung möglicher Wunder finanziert werden. Auch müssen die Antragsteller für die Einleitung eines solchen Verfahrens Geld zahlen, etwa an Anwälte.

Der Enthüllungsjournalist Gianluigi Nuzzi hatte dem Vatikan im vergangenen Jahr in einem Buch vorgeworfen, die Geldflüsse und Ausgaben nicht genügend zu kontrollieren. Auch von Bereicherung seitens des Kirchenstaates war die Rede.

Nuzzi und sein Kollege Emiliano Fittipaldi müssen sich wegen ihrer Veröffentlichungen vor Gericht verantworten. Die vatikanische Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, geheimste Dokumente aus dem Vatikan illegalerweise publiziert zu haben. Der Prozess, der mehrere Monate unterbrochen worden war, soll Medienberichten zufolge vermutlich am Samstag fortgesetzt werden.

apa/dpa

stol