Montag, 10. Mai 2021

„Das war eine perfide, aber geniale Idee der Südtiroler Fluchthelfer“

Zahlreiche Naziverbrecher flüchteten nach Ende des Krieges über die sogenannte italienische Rattenlinie über Italien nach Südamerika. Südtirol spielte hier eine ganz besondere Rolle und wurde zum idealen NS-Refugium auf Zeit. In Südtirol bekamen der brutale Nazi-Arzt Josef Mengele, Adolf Eichmann und Co nicht nur eine neue Identität, sondern durch eine geniale und perfide Idee auch ein Ticket in die Freiheit. Wie diese Idee der Südtiroler Fluchthelfer aussah und warum Südtirol das perfekte Nazi-Schlupfloch war, erklärt uns der Historiker Gerald Steinacher, der sich eingehend mit diesem dunklen Kapitel unseres Landes beschäftigt hat.

Zahlreiche Nazi-Verbrecher erhielten in Südtirol eine neue Identität und durch einen genialen Schachzug auch ein Ticket in die Freiheit. Im Bild: Rot-Kreuz- Ausreisebescheinigung von Adolf Eichmann.
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Zahlreiche Nazi-Verbrecher erhielten in Südtirol eine neue Identität und durch einen genialen Schachzug auch ein Ticket in die Freiheit. Im Bild: Rot-Kreuz- Ausreisebescheinigung von Adolf Eichmann. - Foto: © EPA-Cezaro De Luca

Außerdem berichtet Steinacher, der lange Zeit auch am Bozner Landesarchiv tätig war und nun Universitätsprofessor in den USA ist, über die schwierige und noch am Anfang stehende Forschung in Hinblick auf das Nachleben des Nationalsozialismus. von Verena Stefenelli

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