Montag, 02. November 2015

Neuer Vatileaks-Skandal: Zwei Festnahmen im Vatikan

Ein neue Vatileaks-Skandal erschüttert den Vatikan. In der Affäre um geheime Dokumente über Finanzmissstände im Vatikan, die Journalisten zugeschanzt worden seien, sind im Vatikan zwei Personen festgenommen worden.

Foto: © LaPresse

Dabei handelt es sich um den spanischen Prälaten Lucio Angel Vallejo Balda und um die 2013 von Papst ernannte Vatikanberaterin Francesca Chaouqui.

Die Festnahmen erfolgten am Samstag und Sonntag, die Information wurde aber erst am Montag von der vatikanischen Staatsanwaltschaft bekanntgegeben.

Die 32-jährige Italienerin Chaouqui, die der Papst im Juli 2013 überraschend in die neugegründete Kommission zur Überprüfung der vatikanischen Finanz- und Güterverwaltung berufen hatte, sei bereits aus der Haft entlassen worden, da sie mit den Justizbehörden zusammenarbeite, hieß es in einer Presseaussendung der vatikanischen Staatsanwaltschaft.

Die Italienerin, die in der katholischen Studentenschaft aktiv war, ist die einzige Frau in der Kommission. Der Spanier Vallejo Balda war Sekretär der Präfektur für Wirtschaftsangelegenheiten und des vatikanischen Wirtschafts- und Finanzsektors (COSEA).

Die beiden Verdächtigen sollen den italienischen Investigativjournalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi vertrauliche Dokumente für deren Bücher über die Misswirtschaft und Intransparenz bei den vatikanischen Finanzen zugespielt haben. Beide Bücher erscheinen am Mittwoch. Der Vatikan will jedoch die Veröffentlichung der beiden Werke verhindern, hieß es.

Die Bücher würden auf Dokumenten basieren, die auf illegale Weise den Journalisten zugeschanzt worden seien. Das Vertrauen des Papstes sei damit schwer verletzt worden. „Werke dieser Art tragen keineswegs zur Klarheit und Wahrheit bei, sondern generieren eher Verwirrung. Man muss absolut nicht dem Irrtum verfallen, dass dies ein Weg sei, um die Mission des Papstes zu unterstützen“, hieß es.

apa

stol